Feuerwehrübung

Übung: Rauch steigt über Geesthachter Bahnhof auf

Der Einsatzort von oben: Die Arbeitsgemeinschaft Geesthachter Eisenbahn (AGE) hatte unter anderem einen Kesselwagen und einen Güterwaggon zur Verfügung gestellt.

Der Einsatzort von oben: Die Arbeitsgemeinschaft Geesthachter Eisenbahn (AGE) hatte unter anderem einen Kesselwagen und einen Güterwaggon zur Verfügung gestellt.

Foto: Timo Jann

Geesthacht. Am Alten Bahnhof trainierten 100 Feuerwehrleute erstmals den Ernstfall eines Zugunglücks. Bürgermeister zeigt sich beeindruckt.

Geesthacht.  Um sich auf schwere Unfälle vorzubereiten, hat die 3. Feuerwehrbereitschaft des Kreises am Sonnabend am Alten Bahnhof in Geesthacht ihre erste große Übung absolviert. Fast 100 Einsatzkräfte waren mit 14 Fahrzeugen angerückt. Als Szenario wurde der Zusammenstoß eines Zuges mit zwei Autos an einem Bahnübergang angenommen. Die Arbeitsgemeinschaft Geesthachter Eisenbahn (AGE) stellte Personenwaggons, einen Kesselwagen und einen Güterwaggon.

Schwierige Suche nach Übungsgelände

„Es ist schwierig, überhaupt ein geeignetes Übungsgelände zu finden und dann auch noch die ganze Bereitschaft einzubinden“, sagte Bereitschaftsführer Jens Kowe. Denn wenn seine Mannschaft gerufen wird, sind meistens schon örtliche Feuerwehren im Einsatz. Die Bereitschaft für schwere technische Hilfe würde beispielsweise bei einem Zugunglück auf der Bahnstrecke Hamburg-Berlin anrücken, bei einer Massenkarambolage auf der Autobahn 24 oder auch bei einem Flugunfall auf dem Lübecker Flugplatz. Einen ersten praktischen Einsatz hatte die 5. Brandschutzbereitschaft des Kreises im Juli, als sie die Bekämpfung eines Waldbrandes nahe Lübtheen unterstützte. „Überall im Land wurden nach einem Organisationserlass solche Bereitschaften für verschiedene Einsatzgebiete aufgebaut“, erklärt Kim Steingrube, der beim Kreisfeuerwehrverband für die Organisation zuständig ist. Primär im Herzogtum Lauenburg, aber auf Anforderung auch darüber hinaus, sollen die Bereitschaftszüge zum Einsatz kommen, um auf große Einsatzlagen adäquat reagieren zu können. Mannschaftsstärke und Ausrüstung sind definiert, sodass man auch im Kreis Schleswig-Flensburg weiß, was bei Anforderung aus dem Lauenburgischen kommt.

Bürgermeister zeigt sich beeindruckt von Dimensionen

Während die Feuerwehren meist auf Gemeinde- oder Amtsebene üben, ist es eine besondere Herausforderung für den Bereitschaftsleiter und die Zugführer, die aus vielen Wehren bestehende Spezialgruppe zu koordinieren. „Es ist eindrucksvoll zu sehen, dass hier Feuerwehren aus dem ganzen Kreis üben“, staunte Bürgermeister Olaf Schulze, der die Übung verfolgte. „Es ist durch die Bereitschaften wichtig, auch übergreifend zu üben und Kräfte, mit denen man sonst nicht unbedingt zusammenarbeitet, einzubinden“, sagte Geesthachts Feuerwehrchef Sven Albrecht.

Drei Züge kümmerten sich um die Szenarien. Insassen der beiden Autos wurden befreit, auslaufendes Gefahrgut aufgefangen, die Fahrgäste aus den Personenwaggons auf Verletzungen begutachtet, kategorisiert und gerettet. Geübt wurde vorab auch das Eintreffen in einem definierten Bereitstellungsraum – für Geesthacht befindet sich der an der Mercatorstraße – und die Anfahrt als Kolonne. Eine Bilanz liegt noch nicht vor. Die will Jens Kowe jetzt zunächst mit den beteiligten Führungskräften ziehen.