Naturschutz

Gute Nachricht: die Rebhühner sind wieder da

Landwirt Frank Lütten hat seine Ackerrandstreifen für insektenfreundliche Saaten zur Verfügung gestellt. Gemeinsam mit Jagdpächter Jens  Voss und Ulrike Stüber vom Umweltamt informiert er über die Vorzüge für Pflanzen und Tiere. Voss hat seine beiden Foxterrier August (braun) und Freddie (schwarz-Weiß) dabei 

Landwirt Frank Lütten hat seine Ackerrandstreifen für insektenfreundliche Saaten zur Verfügung gestellt. Gemeinsam mit Jagdpächter Jens  Voss und Ulrike Stüber vom Umweltamt informiert er über die Vorzüge für Pflanzen und Tiere. Voss hat seine beiden Foxterrier August (braun) und Freddie (schwarz-Weiß) dabei 

Foto: Wiebke Jürgensen

Geesthacht. Fünf Landwirte aus Geesthacht und Umgebung wandeln fünf Hektar ihres Ackerlandes in Blühstreifen um. So finden Rebhühner Rückzugsraum.

Geesthacht. Die Zahlen sind alarmierend: Der Bestand an Rebhühnern ist nach Angaben des Deutschen Jagdverbandes (DJV) europaweit seit 1980 um 94 Prozent zurückgegangen. Der DJV rief deshalb 2016 als „Jahr des Rebhuhns“ aus. Für Geesthacht gibt es derweil positive Nachrichten: Offenbar sind die Vögel wieder da.

Hintergrund soll der Einsatz der fünf Landwirte Frank Lütten, Marcus Meyer, Jan Wiechmann sowie den Kompagnons Jörn Christern und Dirk Ludwig auf ihren Bauernhöfen sein. Gemeinsam knapsen sie rund fünf Hektar ihres Landes für Blühstreifen ab. Einen finanziellen Ausgleich bekommen sie dafür von der Stadt (wir berichteten).

„Geesthacht summt“ hilft auch Wildtieren

„Wir haben vor etwa einem Jahr damit angefangen, in Ackerrandstreifen Wildblumensaaten einzusäen“, erklärt Ulrike Stüber vom Umweltamt. Was als Aktion bei „Geesthacht summt“ als Hilfestellung für Insekten gedacht war, kommt auch anderen Wildtieren zugute.

„Dadurch, dass der Knick heruntergeschnitten wurde, konnten sich die Pflanzen sehr gut ausbreiten. So bieten sie zum Beispiel Rebhühnern und Fasanen Schutz“, erklärt Jens Voss. Der Jagdpächter am Sommerpostweg hat dieses Jahr 14 Rebhühner erblickt – so viele wie noch nie. Dass die Vögel, anders als in den Vorjahren, ihre Jungen an Frank Lüttens Feld durchbringen konnte, liegt laut Voss an den Randstreifen. „Sie können sich dorthin flüchten, wenn die Felder abgeerntet sind. Außerdem finden sie in den Randstreifen Nahrung“, sagt Voss.

Vögel nutzen Boden für das Sandbad

Denn wenn die Blüten welken, sind die übrig bleibenden Stängel – sofern sie stehen gelassen werden – für Insekten perfekte Überwinterungsorte. Wenn die Rebhühner im Frühjahr ihre Jungen bekommen, sind die Insekten im Randstreifen Leckerbissen für den Nachwuchs. Und noch weiteren Vogelarten kommen die Blühstreifen am Felderrand zugute: Sie lieben das Sandbad auf dem blanken Boden zwischen den Wildblumen, so Voss.

Frank Lütten wird in den kommenden Wochen seine Flächen zwischen Sommerpostweg und Wulfsweg mit Raps bestellen. Blüht dieser nächstes Jahr, sind ihm übrigens auch Honigbienen willkommen. Imker, die ihren Stock nahe seiner Felder positionieren wollen, können gerne zu ihm oder dem Umweltamt Kontakt aufnehmen. „Auch wir konventionell arbeitenden Landwirte achten auf Nachhaltigkeit“, betont Lütten.