Grillhütten

Geesthachter grillen bei jedem Wetter

Andrea Wulf von der Geesthachter Tourist-Info gibt an Mieter die Grillroste samt WC-Schlüssel aus. Auf der Beliebtheitsskala auf Platz zwei rangiert der Grillplatz am Uferpark nahe des Menzer-Werft-Platzes (links).

Andrea Wulf von der Geesthachter Tourist-Info gibt an Mieter die Grillroste samt WC-Schlüssel aus. Auf der Beliebtheitsskala auf Platz zwei rangiert der Grillplatz am Uferpark nahe des Menzer-Werft-Platzes (links).

Foto: Wiebke Jürgensen

Geesthacht. Angenehme Temperaturen, frische Luft und knisternde Kohlen – Geesthachter grillen gern, vor allem auf dem städtischen Plätzen.

Geesthacht. 24 Grad und Sonnenschein sagen die Meteorologen für beide Wochenendtage in Geesthacht voraus – also perfektes Grillwetter. Wobei wer auf Andrea Wulfs Buchungsliste in der Tourist-Info linst, merkt schnell: Geesthachter brauchen offenbar kein Sommerwetter, um die Kohlen anzuheizen. Die drei öffentlichen Grillplätze, die die Stadt Geesthacht über das Krügersche Haus vermietet, werden im Sommer wie im Winter gebucht – und das jedes Jahr häufiger.

2019 auf Rekordkurs

„Wir haben immer wieder Leute, die am 31. Dezember groß grillen wollen. Auch im Februar und März gibt es Anfragen“, weiß Andrea Wulf, die die Mietanfragen für die Grillplätze an Menzer-Werft-Platz, Feldherrenhügel und Elbewanderweg verwaltet. Mehr als ein Jahr im Voraus werden die Plätze oftmals angefragt, meistens für Familienfeiern und Geburtstage, aber auch von Unternehmen, Vereinen, Kindertagesstätten und Schulen. „Dieses Jahr wurde am Feldherrenhügel sogar das erste Mal anlässlich einer Beerdigung gegrillt“, berichtet Wulf. Fünf bis 50 Personen würden hinter jeder Buchung stehen. 2017 zählte sie davon an allen drei Grillplätzen gemeinsam 75. 2018 waren es schon 99 Buchungen – und dieser Rekord wird 2019 wohl eingestellt. „Bis jetzt sind es schon 73 gewesen, 26 weitere feste Buchungen stehen schon im Kalender. Aber es kommen bestimmt noch welche dazu“, sagt Wulf.

Feldherrenhügel ist besonders beliebt

Kurzentschlossenen kann sie aber wenig Hoffnung auf einen Grillnachmittag am Feldherrenhügel dieses Jahr macht. Der Platz ist sehr beliebt und früh ausgebucht. Vergangenes Jahr genossen dort 62 Gruppen Wetter und Aussicht. „Er wird sehr gern gebucht. Er liegt direkt am Kletterpark, es gibt eine öffentliche Toilette und man hat durch die erhöhte Lage auf dem Berg eine tolle Aussicht auf die Elbe“, nennt Wulf Eigenschaften, mit denen der Grillplatz punktet.

Platz zwei der Beliebtheitsskala hat der Grill am Menzer-Werft-Platz nahe der Minigolf-Anlage (2018: 28 Buchungen), Platz drei das Grillhaus an der Elbe in Tesperhude (9).

Wildgriller machen Chaos

Buchungen sind bei der Tourist-Info (Bergedorfer Straße 28) unter (0 41 52) 83 62 58 möglich. Jeder Mieter hinterlegt dort Namen, Kontaktmöglichkeiten und eine Kaution von 50 Euro. Zudem werden für die Grillplätze am Uferpark und am Elbewanderweg zehn Euro Miete fällig, am Feldherrenhügel 50 Euro. Im Gegenzug erhalten Mieter einen passenden Grillrost, der gesäubert spätestens drei Tage nach dem Grillvergnügen abgegeben wird. „Das klappt leider nicht immer“, sagt Wulf. Mehr ärgert sie aber, dass sich in den vergangenen Jahren häufiger „Wildgriller“ an den städtischen Stätten breit machen. „Sie bezahlen nicht, hinterlassen Müll – und besetzen den Grillplatz derjenigen, die ihn gemietet haben“, beschreibt sie das Problem, das im Rathaus bekannt ist.

18.000 Euro Unterhaltungskosten pro Jahr

„Mit den Leuten, die sich offiziell den Grillrost in der Tourist-Info holen, klappt es sehr gut. Sie hinterlassen die Plätze ordentlich“, betont Rathaussprecher Torben Heuer. „Wie die Plätze aber nach manchem Aufenthalt von Wildgrillern aussehen, ist sehr ärgerlich.“

Bis zu dreimal in der Woche rückten daher Mitarbeiter des Betriebshofes zum Aufräumen an. Etwa 18.000 Euro Unterhaltungskosten kommen für Reinigung, Reparaturen und weitere Arbeiten jedes Jahr zusammen.