Erzieherin verabschiedet

Christa Klingbeil prägte Generationen Geesthachter

Christa Klingbeil geht in den Ruhestand - 26 Jahre war sie Erzieherin in Geesthacht und prägte Generationen Geesthachter. 

Christa Klingbeil geht in den Ruhestand - 26 Jahre war sie Erzieherin in Geesthacht und prägte Generationen Geesthachter. 

Foto: Denise Ariaane Funke

Geesthacht. Zum Abschied der beliebten Erzieherin gab es Umarmungen, Tränen, viele Wünschen und einen Berg an Geschenken.

Geesthacht. Zum Schluss gab es herzliche Umarmungen auf Kniehöhe, kullernde Tränchen, viele liebe Wünsche und einen ganzen Berg an Geschenken. Die Kinder des St.-Thomas-Kindergartens sagten „Auf Wiedersehen“ zu ihrer Leiterin Christa Klingbeil. Nach 26 Jahren, davon 17 Jahre als Erzieherin und neun als Kita-Leiterin geht die 63-Jährige nun in den wohlverdienten Ruhestand.

Rund 170 Gäste besuchten den Abschiedsgottesdienst, den Pastor Joachim Kurberg und die Pröpstin Frauke Eiben zu Ehren Christa Klingbeils hielten. Ganze Generationen von Grünhofern haben mit der Erzieherin gebastelt, gesungen, gespielt und gelacht. Die meisten unter ihnen sind längst erwachsen, einige von ihnen haben inzwischen eigene Kinder, die sie nur zu gern ihrer ehemaligen Erzieherin zur Obhut gaben.

„Nie gedacht, dass ich so lange bleiben würde“

„Ich hätte am Anfang nie gedacht, dass ich so lange bleiben werde“, sagt Klingbeil. Die gelernte Bankkauffrau hat zwei Töchter und einen Sohn großgezogen und ist inzwischen Großmutter von vier Enkelkindern. Mit 33 Jahren hat sie sich den Herzenswunsch erfüllt und den Beruf der Erzieherin gelernt.

Nach Beendigung ihrer Ausbildung hatte sie die Wahl: eine Stelle an einer Kindertagesstätte in Deutsch Evern antreten oder in Grünhof-Tesperhude. Die Wahl fiel auf den Geesthachter Stadtteil. „Am Anfang hatte ich schon etwas Angst. Schließlich sollte ich die Gruppe leiten“, erzählt Christa Klingbeil von ersten Bedenken, die sich aber rasch legten.

Kinder waren meist nur ein Jahr im Kindergarten

Beim Blick zurück auf 26 Jahre professionelle Kindererziehung kann die 63-Jährige von vielen Entwicklungen berichten. Teilzeitarbeitsplätze gab es zum Beispiel zu Beginn ihrer Kita-Karriere kaum. „Damals war noch alles anders. Die Kinder waren meistens nur ein Jahr im Kindergarten. Fast alle waren fünf Jahre alt, also kurz vor der Einschulung, und es gab nur eine Gruppe. Die Kinder wurden wochentags lediglich vier Stunden betreut“, erinnert sich Klingbeil.

Heute gibt es in der evangelischen Kindertagesstätte in Grünhof-Tesperhude fünf Gruppen – drei für Elementarkinder (ab drei Jahre), eine Krippengruppe (bis drei Jahre) und eine Hortgruppe. Die Kinder werden in der Zeit von 7 bis 17 Uhr betreut.

Radtouren um den Bodensee und an der Donau

„Die Arbeit hat mir immer sehr viel Freude bereitet und ich konnte vieles bewegen“, resümiert Christa Klingbeil. Vor allem das Zusammenspiel mit anderen Institutionen wie der Freiwilligen Feuerwehr, Seniorengruppen und der Schule habe ihr Spaß gemacht. Schwer sei ihr der Schritt von der Gruppen- zur Kita-Leitung 2010 gefallen. „Das war damals schon ein komisches Gefühl, plötzlich nicht mehr so eng mit den Kindern zu tun zu haben“, berichtet sie.

Ihren Ruhestand will die leidenschaftliche Radfahrerin nun mit ihrer Lieblingsbeschäftigung genießen. „Ich würde gern Radtouren um den Bodensee, am Spreewald und an der Donau unternehmen“, verrät die Erzieherin, die mit ihrem Ehemann Hans Klingbeil in Adendorf lebt. „Mein Mann hat zwei Ehrenämter inne. Ich kann mir gut vorstellen, künftig auch ein Ehrenamt zu übernehmen“, sagt sie.

Vorerst dürfte sie aber damit beschäftigt sein, ihre vielen Geschenke auszupacken. Darunter findet sich beispielsweise eine Fotografie, auf der sich 150 ehemalige Kita-Kinder für ein Gruppenbild versammelt haben – in Herzform.