Geesthachts Hafenbrücke

Liebesschlösser: Jede Geschichte wird bewahrt

Welche Geschichte steckt hinter diesem Liebesschloss und den anderen Anhängern an der Hafenbrücke? Unsere Zeitung würde sie gerne erzählen.

Welche Geschichte steckt hinter diesem Liebesschloss und den anderen Anhängern an der Hafenbrücke? Unsere Zeitung würde sie gerne erzählen.

Foto: BGZ

Geesthacht. Die Liebesschlösser der Hafenbrücke landen doch nicht auf dem Müll. Besitzer können sich ihre Schätze sichern.

Geesthacht. Die Jahrzehnte sind ihm anzusehen: Der Rost hat sich in den einst silberfarbenen Bügel gefressen, die rote Grundfarbe ist verblasst. Dennoch sind die beiden Buchstaben C und A noch deutlich zu erkennen, so wie das Datum 10.10.88, das ebenso wie ein Herz in die Oberfläche des Vorhängeschlosses geritzt worden ist.

Liebesschlösser wie dieses hängen zu Hunderten am Geländer der Hafenbrücke – jedes von ihnen steht für eine Geschichte, die es wert ist, bewahrt und erzählt zu werden. Und genau das soll jetzt geschehen. Anders als bisher angekündigt werden die Liebesschlösser, die im Zuge der Hafenbrückensanierung vom Geländer entfernt werden müssen, doch nicht entsorgt.

Rathaus reagiert auf Einwohnerhinweise

„Wir werden die Schlösser entfernen und dann sammeln, sodass sie wieder abgeholt werden können“, erklärt Rathaussprecher Torben Heuer die neue Herangehensweise, mit der die Stadtverwaltung auf Ideen von Einwohnern reagiert. Denn nicht nur im sozialen Netzwerk Facebook, sondern auch im Gespräch mit Verwaltungsmitarbeitern war in den vergangenen Wochen deutlich geworden: Die Geesthachter hängen an ihren Liebesschlössern. „Eine Einwohnerin hatte gesagt, dass in ihrer Heimatstadt in Wilhelmshaven das so gemacht wurde mit Liebesschlössern. Für solche Hinweise sind wir auch offen“, sagt Heuer.

Schlösser werden gesammelt

Wenn die Sanierungsarbeiten an der Brücke Mitte Juli beginnen, werden die Geländer nun also gesondert gesichert und die Schlösser später per Bolzenschneider von ihnen entfernt. „Was wir natürlich nicht möchten ist, dass die Leute nun loslaufen und anfangen, die Schlösser selber abzuflexen“, sagt Heuer. Zu groß sei die Gefahr, dass sich jemand verletzt oder das Brückengeländer beschädigt wird.

Erzählen sie uns die Geschichten hinter den Schlössern

Wer Lust hat, die Geschichte hinter seinem Liebesschloss zu teilen, ist der Redaktion übrigens willkommen. Unter (0 41 52) 83 88 0, geesthacht@bergedorfer-zeitung.de oder direkt in unseren Räumen an der Bergedorfer Straße 39 freuen wir uns über Erzählungen, die zu den vielen Daten, Namen und Zeichnungen auf den Vorhängeschlössern passen: Was zum Beispiel war am Weihnachten 2017 für einen Geesthachter so besonders, dass eine Erinnerung an der Hafenbrücke folgte? Wofür steht die mit einem Herz umrandete 40 auf dem roten Vorhängeschloss und wer befestigte das „Liebe ist...“-Schloss am Geländer?