Hafencity

Geesthacht: Züblin soll 2,2 Millionen für Bauhof zahlen

Der Baukonzern Züblin will 7600 Quadratmeter des alten Geesthachter Bauhofgeländes, auf dem noch alte Klinkerbauten stehen, bebauen. Züblin baut aktuell bereits nebenan die "Elbterrassen II" (hinten im Bild) und hat die neuen Pläne bereits in der Schublade.

Der Baukonzern Züblin will 7600 Quadratmeter des alten Geesthachter Bauhofgeländes, auf dem noch alte Klinkerbauten stehen, bebauen. Züblin baut aktuell bereits nebenan die "Elbterrassen II" (hinten im Bild) und hat die neuen Pläne bereits in der Schublade.

Foto: Gerrit Pfennig / BGZ

Geesthacht. Die Ratsversammlung hat einstimmig eine „Anhandgabe“ für 27 Monate beschlossen. Die WoGee soll prüfen, ob sie 35 Wohnungen kauft.

Geesthacht.  Wie kann Geesthacht beim letzten städtischen Grundstück auf dem Gebiet der Geesthachter Hafencity – dem alten Bauhof an der Steinstraße – einen Fuß in der Tür halten? Über diese Frage diskutiert, vorangetrieben von Grünen und FDP, seit Wochen die Kommunalpolitik. Nach der Sitzung der Ratsversammlung vom Freitagabend scheint Land in Sicht.

Auch CDU und SPD stimmen Ergänzungsantrag zu

Das Gremium verabschiedete einstimmig eine Verwaltungsvorlage mit einer „Anhandgabe“ eines Grundstücksteils an den Baukonzern Züblin sowie einen Ergänzungsantrag, den Grüne, FDP, BfG, Linke und Pro Geesthacht eingebracht hatten und mit ihren Stimmen von einem nicht-öffentlichen zu einem öffentlichen Tagesordnungspunkt machten. Mit dem Ergänzungsantrag stellt die Ratsversammlung fest, dass sie den Kauf von 35 Sozialwohnungen der 140 geplanten Züblin-Wohnungen durch die städtische Wohnraumentwicklung Geesthacht (WoGee) befürworte, „wenn dies für die WoGee wirtschaftlich darstellbar ist“. Die Ratsversammlung behalte sich vor, Mitglieder des WoGee-Aufsichtsrates oder Vertreter
der WoGee-Gesellschafterversammlung in ihrem Sinne anzuweisen. Nach Informationen unserer Zeitung soll Züblin den Preis für die 35 geplanten Sozialwohnungen auf sechs bis sieben Millionen Euro geschätzt haben.

Fläche ist 7600 Quadratmeter groß

Die Teilfläche des Bauhofs an der ehemaligen Hallenstraße, um die es geht, ist etwa 7600 Quadratmeter groß. Einen weiteren Grundstücksteil im Osten soll die Vorwerker Diakonie für ein Seniorenheim und eine Kita kaufen. Dazu wird noch ein Investor für ein kombiniertes Wohn- und Geschäftshaus mit Nahversorger gesucht.

Ursprünglich war eine Idee der Grünen, dass die WoGee die 7600 Quadratmeter selbst entwickeln lässt. Dies hatte die Gesellschaft jedoch aus personellen und finanziellen Gründen abgelehnt. Sie soll
allein die Kosten für die schwierige Erschließung auf 600.000 Euro geschätzt haben. Zudem sei der Aufwand für die Wohnungsverwaltung sowie die Gefahr eines Leerstandes zu groß.

2,2 Millionen werden erst im Anschluss fällig

„Wir sollten langfristig denken“, forderte Grünen-Fraktionschef Ali Demirhan. So müsse der WoGee-Wohnungsbestand langfristig ausgebaut werden. „Eine Sozialbindung über die üblichen Fristen hinaus ist durchaus charmant“, betonte SPD-Fraktionschefin Kathrin Wagner-Bockey. So realisiert Züblin aktuell bei den „Elbterrassen II“ 61 Sozialwohnungen im ersten Förderweg, die nach 20 Jahren aus der Sozialbindung fallen. Mit der WoGee ließe sich dies auch entfristen.

Mit der „Anhandgabe“ hat Züblin nun 27 Monate kostenfrei das Grundstück zur Verfügung. Hiervon entfallen 15 Monate auf das Bebauungsplanverfahren und zwölf Monate auf das Genehmigungsverfahren. Erst danach muss Züblin zahlen. Nach einem aktuellen Gutachten läge der Kaufpreis für die 7600 Quadratmeter bei 2,194 Millionen Euro.