Verkehr

Geesthacht: Autos müssen Radlern weichen

In der Innenstadt werden neue Fahrradwege und Einbahnstraßen eingerichtet. 

In der Innenstadt werden neue Fahrradwege und Einbahnstraßen eingerichtet. 

Foto: Timo Jann

Geesthacht. Die Stadt soll für Radfahrer sicherer werden. Für neue Radlerrouten werden nun Parkplätze gestrichen und Einbahnstraßen geschaffen.

Geesthacht.  Die Verwaltung plant weitere Radwegeverbindungen, um das Radfahren in Geesthacht attraktiver zu machen. Schon diese Woche werden zahlreiche Änderungen umgesetzt (s. Infotext). Neu geregelt werden soll der Radverkehr zwischen Schleuse/Hafencity und Innenstadt. Bauamtsleiter Peter Junge präsentierte dazu im Bauausschuss jüngst eine Hauptroute und eine Nebenroute.

Keine Parkplätze an Schillerstraße

Der Hauptweg soll von der Dünenstraße kommend mit abknickender (veränderter) Vorfahrt links in die Bahnstraße führen. Dort soll der Radweg nach rund 100 Metern rechts in die Schillerstraße abzweigen. Bisher gibt es dort nur eine unbefestigte Böschung. Durch den westlichen Abschnitt der Schillerstraße geht es dann bis zur Mühlenstraße, dort links ab und gleich wieder rechts in den mittleren Abschnitt der Schillerstraße. Entgegen der Einbahnstraße sollen Radfahrer dort einen Schutzstreifen erhalten. Dafür sollen die sieben Parkplätze am Fahrbahnrand aufgehoben werden. Das Ziel der Radfahrer wäre dann der zentrale Schillerplatz.

Neue Einbahnstraßen-Regelung an Sandstraße

Die Nebenroute würde in Verlängerung der Dünenstraße geradeaus in die Sandstraße führen und dort bis zur Bergedorfer Straße reichen. Der nördliche Abschnitt der Sandstraße soll seine Einbahnstraßenrichtung ändern, künftig wäre eine Zufahrt von der Bergedorfer Straße her gestattet. Im Gegenzug soll die Einfahrt von der Bergedorfer Straße in die Hafenstraße nicht mehr möglich sein.

Künftig müssten Autofahrer dann aus der Hafenstraße in die Bergedorfer Straße abbiegen, was unübersichtlich ist: rechts behindern häufig im Bereich des Stadtparks am Fahrbahnrand stehende Autos die Sicht, links ist es die Kurve. „Wenn wir für den Radfahrer etwas tun wollen, geht das eben zulasten der Autofahrer“, sagte Junge.

FDP kritisiert Maßnahmen

Rüdiger Tonn (FDP), der Vorsitzende des Ausschusses, mahnte allerdings: „Wir müssen den Individualverkehr mit dem Auto im Blick behalten.“ Mit seiner Kritik blieb er am Ende allein – bei seiner Enthaltung beschloss der Ausschuss die vorgeschlagenen Maßnahmen. Dazu gehören auch eine Aufstellfläche für Radfahrer (ähnlich wie bereits an Sielstraße und Norderstraße umgesetzt) und ein Schutzstreifen mit weiteren Halteverboten an der Rathausstraße vor der Ampel an der Berliner Straße.

Ordnungsamtsleiter: Man muss Opfer bringen

„Man muss auch Opfer bringen“, meinte Ordnungsamtsleiter Heiko Holler in Bezug auf die sieben wegfallenden Parkplätze an der Schillerstraße. Schon als der Schillerplatz umgestaltet wurde, waren dort vor der Apotheke Parkplätze gestrichen worden. Und auch beim Umbau des südlichen Abschnitts der Bergedorfer Straße wurden Parkplätze aufgelöst. Immer mit dem Hinweis, es gebe in der Nähe weitere Stellflächen. Weitere Pkw-Stellplätze werden durch die Bebauung des rückwärtigen Parkplatzes hinter „kik“ wegfallen. Tonn möchte das so auf Dauer nicht akzeptieren.