Wohnungsbau

Politische Fronten bei Geesthachter Hafencity verhärtet

Ansicht von der Steinstraße aus: Rechts baut Züblin aktuell 244 Wohnungen, direkt an der Steinstraße werden es 61 sozial geförderte Wohnungen sein. Der Baukonzern interessiert sich auch für das städtische Grundstück (li.), auf dem aktuell noch die Altbauten des früheren Bauhofs stehen. Diesen Grundstücksteil wollen Grüne und FDP halten.

Ansicht von der Steinstraße aus: Rechts baut Züblin aktuell 244 Wohnungen, direkt an der Steinstraße werden es 61 sozial geförderte Wohnungen sein. Der Baukonzern interessiert sich auch für das städtische Grundstück (li.), auf dem aktuell noch die Altbauten des früheren Bauhofs stehen. Diesen Grundstücksteil wollen Grüne und FDP halten.

Foto: Gerrit Pfennig / BGZ

Geesthacht. Die Städtische WoGee möchte Wohnungen kaufen, will aber nicht bauen. Grüne und FDP wollen Gelände dagegen halten.

Geesthacht.  Die Forderung der Grünen-Fraktion, Geesthacht möge einen städtischen Grundstücksteil in seiner Hafencity nicht an den Baukonzern Züblin, sondern an die städtische Wohnraumentwicklung Geesthacht GmbH (WoGee) verkaufen, lässt die politischen Fronten in der Stadt verhärten. Grüne und FDP stehen bei diesem Thema CDU und SPD gegenüber.

WoGee überlegt zu kaufen – ohne selbst zu planen

Wegen des Grünen-Vorstoßes haben sich jetzt Bürgermeister Olaf Schulze (SPD) und WoGee-Geschäftsführer Markus Prang mit Züblin-Vertretern getroffen. „Dabei sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass eine sich fortführende Bebauung durch Züblin das beste Ergebnis sowohl für die Stadt Geesthacht als auch für WoGee und Züblin ist“, teilt Prang dazu auf Anfrage mit. Das schließe ein Engagement der WoGee im Rahmen eines Kaufs aber nicht aus. Soll heißen: Die WoGee kann sich vorstellen, fertige Züblin-Wohnungen zu kaufen – wie es bereits auf einem benachbarten Grundstück in der Hafencity die Baugenossenschaft Bergedorf-Bille und die Firma Nord Project getan haben. Was die WoGee nicht will, ist das Areal zu übernehmen und für dieses einen Bauauftrag auszuschreiben.

„Das kann sich ja gar nicht rechnen. Die WoGee soll den Auftrag einfach ausschreiben. Das kann nicht teurer oder schlechter sein, als nach Fertigstellung die Wohnungen abzukaufen“, betont Grünen-Fraktionschef Ali Demirhan, der die Diskussion mit dem grünen Planungsausschusschef Gerhard Boll ins Laufen gebracht hatte. „Wir können als Stadt an dieser Stelle erheblichen Einfluss auf den Mietspiegel in Geesthacht nehmen“, begründet Demirhan.

Grüne und FDP wollen Areal halten, CDU dagegen nicht

Unterstützung bekommt Demirhan dafür vom FDP-Fraktionsvorsitzenden Rüdiger Tonn: „Ziel muss es sein, diesen Grundstücksteil in städtischer Hand zu halten. Wer das nachher baut, ist mir vorläufig egal“, so Tonn. Erst wenn alle anderen Optionen ausgeschöpft seien, solle man über den Rückkauf des Geländes in Form von fertiggestellten Wohnungen nachdenken.

„Das ist ein paar Schuhnummern zu groß für die WoGee und die Stadt insgesamt“, betont dagegen Karl Hermann Rosell, Fraktionschef der CDU. So sei mit Baukosten von 30, 40 Millionen Euro zu rechnen, während der Grundstücksteil, um den es gehe, maximal zwei Millionen Euro wert sei. Zudem würde eine Ausschreibung einen größeren Zeitverzug mit sich bringen. „Der Möglichkeit, dass die WoGee prüft, die sozial geförderten Wohnungen zu übernehmen, werden wir zustimmen. Das haben wir im Vorstand besprochen“, so Rosell. Aktueller Planungsstand ist, dass Züblin etwa 140 Wohnungen baut, von denen nach der städtischen 25-Prozent-Regelung 35 sozial gefördert sein müssten. Für diese Wohnungen interessiert sich die WoGee.

SPD erinnert an sozialen Auftrag der WoGee

Der SPD-Fraktionsvorsitzenden Kathrin Wagner-Bockey gehen die Überlegungen zu weit. „Das muss die WoGee für sich rechnen. Sie muss bei einem größeren Engagement auch gucken, ob sie am Ende ihrem Auftrag gerecht wird, vor allem sozialen Wohnraum zu schaffen.“