Wohnungsbau

Wird Geesthachts Hafencity zur Züblin-City?

Züblin will sich einen weiteren Auftrag in der Geesthachter Hafencity sichern: Dieses Bild zeigt Bauführer Michael Hudtwalker und Polier Salvatore Licata beim Richtfest für die "Elbterrassen I" im Juni 2017.

Züblin will sich einen weiteren Auftrag in der Geesthachter Hafencity sichern: Dieses Bild zeigt Bauführer Michael Hudtwalker und Polier Salvatore Licata beim Richtfest für die "Elbterrassen I" im Juni 2017.

Foto: Züblin

Geesthacht. Der Baukonzern bringt sich auch für alten Bauhof in Stellung. Geesthachts Politiker votieren für weitere Verkaufsverhandlungen.

Geesthacht.  Was macht die Stadt mit ihrem Ex-Bauhof an der Steinstraße in Geesthachts Hafencity? Eine Teilfläche ist, wie berichtet, für ein neues Seniorenheim als Nachfolger des noch bestehenden städtischen Katzberg-Heims und eine Kita vorgesehen. Auch die Segler-Vereinigung (SVG) soll integriert werden. Zur Straße hin ist laut dem aktuellen Stand ein Nahversorger mit etwa 800 Quadratmetern Verkaufsfläche vorgesehen.

Nun werden die Überlegungen zu Geschosswohnungsbau entlang der früheren Hallenstraße konkret. In einem nichtöffentlichen Sitzungsteil berieten am Montagabend der Finanzausschuss und der Planungsausschuss gemeinsam. Nach Informationen unserer Zeitung beauftragte eine Mehrheit von SPD, CDU und Pro Geesthacht Bürgermeister Olaf Schulze (SPD) damit, die Verhandlungen über einen Verkauf an den Baukonzern Züblin zu vertiefen. Zwei Züblin-Vertreter hatten die Politiker über den Stand der Ideen informiert.

Bis zu 200 weitere Wohnungen denkbar

Die Tochtergesellschaft des österreichischen Baumultis Strabag hat bereits 100 Mietwohnungen in der Hafencity fertiggestellt und feiert an diesem Donnerstag ihre offizielle Grundsteinlegung für den zweiten Teil der „Elbterrassen“. Hier entstehen 244 Wohnungen mit einem Anteil von 25 Prozent Sozialwohnungen. Anstelle des eingeschossigen Bauhof-Altbaus sind laut unseren Informationen derzeit vier Wohnblöcke mit einer 200 Meter langen Tiefgarage angedacht, die die Häuser unterirdisch verbindet.

Wie bereits bei den „Elbterrassen II“ muss ein Investor auch hier 25 Prozent Sozialwohnungen schaffen. Etwa 150 bis 200 Wohneinheiten könnten auf dem Baufeld realistisch sein, wenn man die bisherigen Gebäudestrukturen zugrunde legt – demnach also maximal mit einem Anteil von 50 Sozialwohnungen. Als Eigentümerin hat die Stadt über einen Bebauungsplan noch Einflussmöglichkeiten.

Bürgermeister Schulze betonte am Dienstag, dass es sich um eine nichtöffentliche Beratung handele und er sich nicht zu Verhandlungen mit Investoren äußern könne. „Aber Geschosswohnungsbau an der Stelle ist fix, da sind wir uns alle einig“, so Schulze. Zudem wäre es ideal, direkt über dem Nahversorger weitere Wohnungen zu bauen. „Da müssen wir aber gucken, wen wir da als Investor finden.“

Mancher Politiker hat rechtliche Bedenken

Bei den beiden größten Fraktionen und Teilen der Grünen stießen die Ideen von Züblin am Montag nach unseren Informationen auf positive Resonanz. Andere Politiker fragten, ob es nicht besser sei, das Grundstück direkt an die städtische Wohnraumentwicklungsgesellschaft (WoGee) zu veräußern oder ob der Grundstücksverkauf nicht öffentlich ausgeschrieben werden müsse.

Der Europäische Gerichtshof hatte 2010 festgestellt, dass die Pflicht zur Ausschreibung für Kommunen nicht besteht – zumindest dann, wenn keine baulichen Festlegungen an den Grundstücksverkauf geknüpft sind. Andernfalls kann der Verkauf unter die Bestimmungen des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) fallen.