Spatenstich

Kraftwerk liefert Energie für über 1500 Wohnungen

Bauunternehmer Thorsten Mahnecke, Frank Schumacher (Stadtwerke), Joris und Thomas Markwart (Umweltausschuss-Chef, CDU), Projektleiter Vitalij Komissarow, Bauunternehmer Carsten Mahnecke, Daniel Kleemann (Stadtwerke) und Umweltamtsleiter Peter Junge (v.li.) schaufeln los.

Bauunternehmer Thorsten Mahnecke, Frank Schumacher (Stadtwerke), Joris und Thomas Markwart (Umweltausschuss-Chef, CDU), Projektleiter Vitalij Komissarow, Bauunternehmer Carsten Mahnecke, Daniel Kleemann (Stadtwerke) und Umweltamtsleiter Peter Junge (v.li.) schaufeln los.

Foto: Timo Jann

Geesthacht. Die Stadtwerke haben an der Dünenstraße den Spatenstich gefeiert. Hafencity und Schulen sollen von hier aus Strom und Wärme erhalten.

Geesthacht.  Die Stadtwerke Geesthacht erweitern ihr Stromnetz: An der Dünenstraße entsteht eine Energieerzeugungsanlage mit zwei Blockheizkraftwerken (BHKW). In einem ersten Bauabschnitt
investieren die Stadtwerke 2,5 Millionen Euro. Am Montag erfolgte feierlich der offizielle Spatenstich. Die Bauarbeiten übernimmt die Geesthachter Firma Mahnecke & Brüggemann.

Hafencity-Wohnungen machten Neubau nötig

Beide Kraftwerke sollen je 999 Kilowatt elektrische und 1289 Kilowatt thermische Leistung haben. Weil es sich um Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen handelt, wird der Strom CO2-neutral erzeugt – ebenso wie im bestehenden Heizkraftwerk in der Oberstadt. Mit dem weiteren Ausbau der Hafencity wird dessen Kapazität demnächst laut den Stadtwerken jedoch ausgeschöpft sein.

Zunächst sollen deshalb ein BHKW sowie zwei Kessel mit 3000 beziehungsweise 7000 Kilowatt thermischer Leistung gebaut werden. Die Kessel springen ein, wenn mehr Wärme benötigt wird, als im BHKW produziert wird – vor allem im Winter. Dieser erste Anlagenteil soll genug Leistung für die 1500 Wohnungen haben, die in der Hafencity entstehen. Dadurch werde seine Kapazität laut den Stadtwerken aber nur zu 40 Prozent ausgeschöpft. So sei auch ein Anschluss der Schulen am Neuen Krug und des Neubauvorhabens an der Mühlenstraße (Mero-Druck) geplant. Der Einbau des zweiten BHKW an der Dünenstraße ist perspektivisch von 2023 an geplant.

Ab Herbst fließt Fernwärme fließen

„Um die Anlage effizient und umweltschonend zu betreiben, werden Pufferspeicher mit einem Gesamtvolumen von zirka 400 Kubikmeter installiert“, erläutern die Stadtwerke in ihrer Mitteilung. Die Tanks für das warme Wasser werden auf dem Hof installiert und etwa 16 Meter hoch sein. Über das in ihnen abgefüllte warme Wasser sollen ab Herbst die Häuser der Hafencity mit Fernwärme versorgt werden. Bisher übernimmt dies das Heizkraftwerk in der Oberstadt.

„Diese Anlage wird einmal die Bedeutung wie unser Heizwerk in der Oberstadt bekommen“, betont Frank Schumacher, technischer Leiter der Stadtwerke. Der lokale Energieversorger setzt schon lange auf nachhaltige Technologien. Mithilfe der Kraft-Wärme-Kopplung würden aktuell etwa zehn Prozent des Geesthachter Strombedarfes CO2-neutral erzeugt, so die Stadtwerke.

Stadtverwaltung freut sich über nachhaltiges Projekt

Schumacher geht davon aus, dass spätestens in zehn Jahren die zweite Ausbaustufe an der Dünenstraße in Betrieb ist. „Das Projekt entspricht unseren Klimaschutzzielen“, freut sich Umweltamtsleiter Peter Junge. „Außerdem ist es nachhaltig, hier in der Stadt eigenen Strom und eigene Wärme für die Menschen zu erzeugen.“

Seit dem Umbau des Umspannwerkes Mitte der SH-Netz AG an der Dünenstraße zu einer Schaltanlage für Mittelspannung (2013) bleiben in der Stadt nur die Umspannwerke Ost (Grüner Jäger) und West (Fahrendorfer Weg) für die Einspeisung von Mittelspannungsstrom. „Mit unserer Anlage schaffen wir da auch Versorgungssicherheit“, berichtet Schumacher.

Im Vergleich zu konventionellen Kraftwerken, die wie das stillgelegte Kernkraftwerk Krümmel die Stromerzeugungsanlagen mit dem Wasser von Flüssen kühlen, speisen die Stadtwerke die bei der Stromerzeugung aus Erdgas entstehende Wärmeenergie in ihr Fernwärmenetz ein.