Bußgelder?

Müllsheriffs in der Geesthachter Fußgängerzone

Papier, Plastikfolien und Zigarettenstummel - in der Fußgängerzone ist es oft dreckig. Das stößt vielen Geesthachtern inzwischen übel auf.

Papier, Plastikfolien und Zigarettenstummel - in der Fußgängerzone ist es oft dreckig. Das stößt vielen Geesthachtern inzwischen übel auf.

Foto: Timo Jann

Geesthacht. Landenbesitzern und Bummlern reicht es: Wegen des Mülls in der Fußgängerzone würden sie auch hohe Bußgelder akzeptieren.

Geesthacht. Umweltsündern geht es in Mannheim ordentlich an das Portemonnaie. Der neue Bußgeldkatalog der Stadt weist 75 Euro Strafe für denjenigen aus, der erwischt wird, während er Zigarettenstummel auf die Straße schnippt, Taschentücher oder Pappbecher auf Wegen verteilt. Für ausgespuckte Kaugummis werden sogar 100 Euro fällig. Vor allem in der für 30 Millionen Euro frisch sanierten Mannheimer Fußgängerzone wollen die „Müllsheriffs“ des Ordnungsamtes genau hinsehen – und das wünscht sich so mancher Geesthachter offenbar auch für die Fußgängerzone ihrer Elbestadt. Immerhin hat auch die Bergedorfer Straße gerade erst eine Frischekur samt neuer Pflasterung hinter sich.

„Die Fußgängerzone ist dreckig“

„Das kann gar nicht teuer genug sein“, sagt Claudia Lilie, angesprochen auf den Vorstoß Mannheims. Die Inhaberin der Bücherstübe Liliehof (Bergedorfer Str. 39) ärgert sich schon lange über achtlos weggeworfenen Müll in der Fußgängerzone. Täglich entdeckt sie trotz der vielen Mülleimer, die bereit stehen, leere Verpackungen oder Zigarettenstummel.

Bauhofmitarbeiter kehren sechsmal die Woche

Ihr Mann kratzt regelmäßig Kaugummi, das auf dem Pflaster gelandet ist, von den grauen Steinen. „Die Fußgängerzone ist dreckig – und zwar nicht, weil die Mitarbeiter der Stadt nicht genug sauber machen. Die können nichts dafür“, nimmt Claudia Lilie die Mitarbeiter des städtischen Bauhofes, die sechsmal in der Woche noch vor Ladenöffnung kehren, in Schutz. „Die Leute packen alles neben die Papierkörbe“, sagt die Unternehmerin, die als Anliegerin der Bergedorfer Straße an den Umbauarbeiten beteiligt worden ist.

Kinder lassen Verpackungen fallen

Ende März 2017 war die für rund 4,8 Millionen Euro sanierte Flaniermeile nach zweieinhalb Jahren aufwendiger Umgestaltung eingeweiht worden. Dass sich das neue Betonpflaster nicht immer von der saubersten Seite zeigt, ärgert auch Gunda Jagosch. Die 60-Jährige betreibt ein Blumengeschäft im Geesthachter Hof und hat an den Hinterlassenschaften mancher Nutzer der Fußgängerzone wenig Freude. „Mit dem Müll ist es teilweise sehr schlimm. Es gibt Leute, die schmeißen ihre Kippen direkt in unsere Passage“, berichtet Jagosch von ihren Beobachtungen. „Ich fege das dann weg, damit es ordentlich aussieht. Häufig sehe ich auch Kinder, die etwas Gekauftes auspacken und die Verpackung fallenlassen – die Eltern stehen daneben. Da fehlt es an der Erziehung“, sagt sie.

Bürgermeister setzt auf Prävention statt Strafe

Bürgermeister Olaf Schulze (SPD) appelliert, angesprochen auf das Thema, an die Vernunft der Innenstadtbesucher. „Wir haben ein Problem mit Müll. Aber ich würde nicht gleich mit Strafen anfangen“, sagt Schulze, dem erst vor Kurzem Kinder der Stadt im Rahmen ihrer Freitags-Demo ein von ihnen gebasteltes „Müllmonster“ übergeben haben. Dieses steht nun im Foyer des Rathauses und sensibilisiert so für mehr Umweltbewusstsein – eine Aktion nach dem Geschmack des Bürgermeisters. Denn der will, abgesehen davon, dass er nicht genug Personal hätte, um Verwaltungsmitarbeiter als „Müllsheriffs“ auf Streife zu schicken, mehr Energie auf Prävention als auf Ahndung verwenden: „Alle sollten noch mehr darauf achten, möglichst gar nicht solche Dinge zu kaufen, durch die viel Müll produziert wird“, sagt Schulze. „Wir haben genug Mülleimer in der Stadt. Es wäre schön, wenn die Menschen sie auch benutzen und andere, die das nicht tun, ansprechen.“