Frauen-Krimiabend

Spannung zwischen Pumps und Turnschuhen

Jan Purwin, Anja Nowatzky und Frank Kaldenbach (v. li.) mit Werken von Eva Almstädt und Heike Denzau. Die Organisatoren setzen auf einen spannenden Abend im Schuhhaus. 

Jan Purwin, Anja Nowatzky und Frank Kaldenbach (v. li.) mit Werken von Eva Almstädt und Heike Denzau. Die Organisatoren setzen auf einen spannenden Abend im Schuhhaus. 

Foto: Wiebke Jürgensen

Geesthacht. Auf Mörderjagd zwischen Schuhregalen können sich Krimi-Fans in Geesthacht freuen – wenn sie weiblich sind.

Geesthacht. Eine reizvolle Mischung erwartet Frauen am 8. Mai: Denn an diesem Mittwochabend öffnet das Schuhhaus Purwin für Geesthachts ersten Frauen-Krimiabend. Um 19.30 Uhr liest die Autorin Eva Almstädt aus ihrem neusten Werk „Ostseeangst“ – bis zu 100 Zuhörerinnen können beim Thrill zwischen Schuhregalen dabei sein.

„Das Ambiente wird an diesem Abend auf jeden Fall zum Thema passen“, kündigt Jan Purwin, Inhaber des Schuhgeschäfts an der Bergedorfer Straße 44, an. Wer nun aber denkt, für die Krimi-Lesung würden Pumps, Sneaker und Stiefeletten aus den Regalen geräumt, täuscht sich. Die feinen Treter gehören ausdrücklich zum Veranstaltungskonzept. „Dieses Jahr werden 100 Jahre Frauenwahlrecht gefeiert. Zu diesem Anlass wollten wir Frauen etwas Besonderes bieten – und das sollte nicht nur politisch sein, sondern viele unterschiedliche Frauen ansprechen“, erklärt Gleichstellungsbeauftragte Anja Nowatzky und fügt mit Blick auf die Auslage augenzwinkernd hinzu: „Und das Schuhhaus als Veranstaltungsort habe ich nicht ganz uneigennützig vorgeschlagen.“

Krimi mit toughen und gefühlsbetonten Elementen


Auf Empfehlung von Stadtmarketing-Chef Frank Kaldenbach wird beim ersten von zunächst zwei Krimitagen Eva Almstädt die Elbestadt besuchen. „Es ermittelt natürlich eine Kommissarin“, betont Kaldenbach, der nach dem Lesen vieler von Almstädts inzwischen 14 Regionalkrimis sagen kann: „Die Storys sind gut und man will einfach wissen, wie es weitergeht.“

Wie die meisten ihrer Werke spielt auch „Ostseeangst“ – wie der Titel bereits vermuten lässt – in kleineren Ostseeorten und in Lübeck. Die Lübecker Kriminalhauptkommissarin Pia Korittki, die die Heldin ihrer Reihe ist, muss darin das Geheimnis um eine abgetrennte menschliche Hand lüften, die Jugendliche während eines Ausflugs gefunden haben. Kurz nach diesem Schreckensfund verschwindet auch noch deren Gruppenleiterin spurlos aus einer Jugendherberg. Und als wenn das Lösen dieses Falls nicht schon Aufgabe genug wäre, muss sich die Ermittelnde auch noch ihrer Vergangenheit stellen. Denn nach dem Tod ihres Freundes gerät das Leben der Kommissarin immer mehr aus den Fugen.

„Die Autorin verbindet – so wie viele Autorinnen – das Toughe mit dem Gefühlsbetonten“, sagt Nowatzky, aus deren Sicht die Bedeutung, die Frauen in der Literatur beigemessen wird, zu wünschen übrig lasse. So seien Autorinnen nicht nur in der Liste der Preisträger und im Literaturkanon für die Schulen unterrepräsentiert. Oft gäbe es auch Vorurteile gegenüber den Werken schreibender Frauen. „Viele Männer lesen keine Krimis, die von Frauen geschrieben worden sind. Sie meinen, die seien ,gefühlsduselig’. Frauen hingegen versetzen sich unabhängig vom Autoren in die Figuren hinein“, meint die Gleichstellungsbeauftragte.

Lesungsticket ist auch Eintrittskarte zum Schuhkauf

Den zweiten Part der Lesungsreihe übernimmt Heike Denzau. Die Autorin liest am Mittwoch, 22. Mai, im Krügerschen Haus (Bergedorfer Str. 28). Dieses hatte erst im November als Kulisse für die Lesung der Krimi-Größe Hannes Hygaard überzeugt.

Tickets für beide Lesungen gibt es jeweils für 6 Euro in der Bücherstube Liliehof (Bergedorfer Str. 39) und im Krügerschen Haus. Wer zeitgleich für beide Abende Karten kauft, zahlt insgesamt nur 10 Euro. Und der Ticketkauf lohnt sich nicht allein wegen des Literaturgenusses: Frauen mit Eintrittskarte dürfen am Abend während der Lesepause nicht nur Schuhe bestaunen, sondern auch anprobieren und kaufen.