Leuchtturmprojekt

Hochwasserhaus: Beteiligt sich Bund an Finanzierung?

Wolfgang Vogel (li.) vom Büro „eku“ und Ideengeber Wolf-Rüdiger Busch diskutieren im Ratssaal über Ideen.

Wolfgang Vogel (li.) vom Büro „eku“ und Ideengeber Wolf-Rüdiger Busch diskutieren im Ratssaal über Ideen.

Foto: Timo Jann

Geesthacht. Das Hochwasserhaus könnte ein „Leuchtturmprojekt“ fürs Land werden - wirbt Landtagspräsident Klaus Schlie für dessen Realisierung.

Geesthacht.  Die Idee eines Hochwasserhauses für Geesthacht beschäftigt Politik, Verwaltung und Wissenschaftler. „Ich sehe das Hochwasserhaus als Leuchtturmprojekt insgesamt für unser Land“, sagte der aus Mölln stammende Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU) am Sonntag bei einem Workshop zum Thema im Geesthachter Ratssaal. Jetzt gehe es darum, die Bürger stärker einzubeziehen: An einer Onlinebefragung hatten sich lediglich 92 Geesthachter beteiligt.

Zentrum würde Geesthacht attraktiver machen


„Hochwasserhaus“ ist zunächst ein Arbeitstitel. Inhaltlich soll sich das Erlebnis- und Informationszentrum Themen von Extremwetterereignissen bis zu Klimawandel und -schutz widmen. „Geesthacht und die Region würde so ein Zentrum deutlich attraktiver machen“, ist Bürgermeister Olaf Schulze (SPD) überzeugt. Zumal mit dem Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG) auch die wissenschaftlichen Aspekte abgedeckt seien. „Das HZG ist für uns ein Pfund“, freut sich Schulze über die Mitarbeit des Forschungszentrums, das in Fragen der Klima- und Küstenforschung aktiv ist.

Die Idee in die Bevölkerung tragen

„Jetzt geht es darum, die Idee in die Bevölkerung zu tragen. Es braucht Transparenz und Akzeptanz“, fordert Wolf-Rüdiger Busch. Der ehemalige Leiter des Geesthacht-Museums hatte die Idee für ein solches Infozentrum schon vor Jahren, entwickelte dann ein Konzept. Das war 2016 die Basis. Mit Hilfe finanzieller Unterstützung der EU laufen Studien, die Chancen aufzeigen sollen. Busch: „Unsere Touristiker der HLMS sagen, dass wir im Kreis so ein Leuchtturmprojekt bräuchten.“ Das jährliche Besucherpotenzial wird auf etwa 150.000 geschätzt.

Hoffen auf finanzielle Unterstützer

„Finanziell wird Geesthacht das nicht allein schultern können, da müssen jetzt mindestens die Metropolregion und das Land mit ins Boot“, berichtet Wolfgang Vogel vom Büro „eku“ in Kiel. Er koordiniert die Studien.

„Wir wollen auch versuchen, die Bundesebene einzubinden“, sagt Schlie. Ein vergleichbares Informationszentrum gebe es bisher nicht. „Die aktuellen Entwicklungen mit den Protesten der Schüler zeigen deutlich, dass sich die jungen Menschen für die Themen interessieren und engagieren. Das gibt der ganzen Sache einen Schub“, so Schlie.

„Das Gebäude darf nicht zu klein gedacht werden“, mahnt Wolfgang Vogel. Vielleicht sei auch eine Kombination mit einer neuen Jugendherberge am Elbufer denkbar. Die Lenkungsgruppe aus Politik und Verwaltung sowie der Fachbeirat mit verschiedenen Organisationen und Einrichtungen will das Projekt weiter begleiten. „Im Sommer sind wir hoffentlich einen Schritt weiter“, sagt Busch.