Stadtentwicklung

Geesthacht wird auf dem Grundstücksmarkt aktiv

Das Neubaugebiet Finkenweg-Nord soll die neue Grundstücks-Gesellschaft der Stadt realisieren und vermarkten. Die drei Felder entlang der Bebauung sind dafür vorgesehen.

Das Neubaugebiet Finkenweg-Nord soll die neue Grundstücks-Gesellschaft der Stadt realisieren und vermarkten. Die drei Felder entlang der Bebauung sind dafür vorgesehen.

Foto: Timo Jann

Geesthacht. Erschließung und Vermarktung von Grundstücken wird das Kerngeschäft der neuen Gesellschaft sein. Erstes Projekt: Finkenweg-Nord.

Geesthacht.  Jetzt wird Geesthacht selbst auf dem Grundstücksmarkt aktiv. Nachdem die Politik bereits 2017 den Beschluss zur Gründung einer Grundstücksgesellschaft gefasst hatte, wurde jetzt die neue Grundstücksverkehrs- und -erschließungsgesellschaft mbH Geesthacht unter dem Dach der 100-prozentigen Stadt-Tochter Wirtschaftsbetriebe Geesthacht GmbH gegründet.

„Wir haben damit die Möglichkeit, wieder langfristig zu denken und zu planen und strategische Entwicklungen voranzubringen“, ist Bürgermeister Olaf Schulze (SPD) überzeugt. Geschäftsführer der neuen Gesellschaft ist Stadtwerke-Chef Markus Prang. Dieser ist zudem Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe Geesthacht sowie der Wohnraumentwicklung Geesthacht GmbH & Co KG (WoGee).

Grundstück wird Gesellschaft überschrieben

Erstes Projekt der neuen Gesellschaft soll die Erschließung und Vermarktung weiter Teile des geplanten Neubaugebietes Finkenweg-Nord werden. Das Ackerland zwischen Wilhelm-Holert-Straße, Sophie-Scholl-Ring und Zöllnersweg will die Stadt gemeinsam mit dem Unternehmer Uwe Gerner entwickeln, der Zugriff auf einen kleinen Teil der Flächen hat.

„Die Fläche, die der Stadt schon seit Jahren gehört, soll an die neue Gesellschaft gehen – aber mit Ausnahme der Grundstücke, die unsere Wohnraumentwicklungsgesellschaft bebauen will“, erklärt Schulze. Die WoGee wird für die städtische Fläche die erforderlichen 25 Prozent der Wohneinheiten im sozialen Wohnungsbau realisieren. Schulze: „Wie bei Neubauvorhaben der WoGee üblich, werden Sozialwohnungen und frei finanzierte Wohnungen im Verhältnis von 70 zu 30 gebaut.“ Schulze rechnet damit, dass der B-Plan Mitte des Jahres steht.

Gesellschaft hat keine eigenen Mitarbeiter

Die neue Gesellschaft wird keine eigenen Mitarbeiter vorhalten, sondern die nötigen Leistungen beauftragen. Schulze: „Es würde Sinn machen, wenn unsere Fläche und die von Herrn Gerner aus einem Guss geplant werden und die Bauarbeiten an einen Auftragnehmer vergeben werden. Aber da müssen wir noch Gespräche führen.“

Vermutlich wird die Erschließung Anfang 2020 starten, zum Jahresende könnten die Grundstückskäufer mit dem Hochbau loslegen. Geplant sind auf dem 11,9 Hektar großen Areal etwa 300 Wohneinheiten – 150 Einfamilienhäuser oder Doppelhaushälften, 40 Reihenhäuser und 100 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern.

Für Gewinne sollen neue Grundstücke gekauft werden

„Die Grundstücksgesellschaft kann das realisieren, wir als Stadt könnten das nicht“, erklärt Schulze. Er geht davon aus, dass die Gesellschaft durch die Vermarktung ein solides finanzielles Polster erhalten wird. „Langfristig wollen wir das Geld dann nutzen, um andere Grundstücke zu kaufen, die wir für eine perspektivische Entwicklung benötigen könnten. Denn die Stadt hat kaum noch eigene Flächen, um Ziele zu verwirklichen“, sagt der Bürgermeister.

Grundsätzlich hätte die Stadt Zugriff auf die Einnahmen der Gesellschaft, könnte damit den Haushalt füttern. Im Aufsichtsrat sollen elf Politiker, der Bürgermeister und der Erste Stadtrat sitzen.

Schulze denkt, dass langfristige Überlegungen zur Stadtentwicklung – etwa im Gewerbegebiet Düneberg – durch die neue Gesellschaft begleitet werden könnten. Statt kleinteiliger Planungen könnte man so nach und nach einen größeren Bereich überplanen. Schulze: „Die neue Gesellschaft eröffnet uns ganz andere Möglichkeiten, wir können auch Schlüsselgrundstücke kaufen.“