Ausstieg

Raus aus Ehrenamt: „Ich gönne mir eine Auszeit“

Stephan Streubel ist von allen seinen Ehrenämtern zurückgetreten.

Stephan Streubel ist von allen seinen Ehrenämtern zurückgetreten.

Foto: Timo Jann

Geesthacht. Er möchte mehr Zeit für seine Familie – so begründet Stephan Streubel seine Auszeit aus dem Ehrenamt.

Geesthacht.  Stephan Streubel zieht die Notbremse und tritt in seinen Ehrenämtern künftig kürzer. „Meine Familie genießt jetzt absolute Priorität. Ich gönne mir eine Auszeit“, erklärt Streubel gestern auf Nachfrage unserer Zeitung. Er hatte sich zuletzt vor allem beim Stadtjugendring (SJR), in der SPD und beim Deutschen-Roten-Kreuz (DRK) eingebracht. „3000 Stunden Ehrenamt im Jahr sind aber zu viel geworden“, so der hauptberufliche Rettungssanitäter.

SPD berät über Nachfolge

„Der Entschluss tut uns sehr leid, aber die rein persönlichen Gründe können wir natürlich nachvollziehen“, reagiert SPD-Fraktionschefin Kathrin Wagner-Bockey, deren Stellvertreter Streubel als bürgerliches Mitglied war, gestern auf den Rücktritt. Im Februar wird die Partei entscheiden, wie Streubels Posten nachbesetzt werden kann.

„Wir bedauern die Entscheidung sehr, Stephan war bei uns eine der tragenden Säulen“, kommentiert der SJR-Vorsitzende Sven Minge gestern die Auszeit Streubels. „Schade, dass uns das so ganz ohne Vorwarnung getroffen hat“, so Minge. Auch im Stadtjugendring war Streubel als stellvertretender Vorsitzender seit Jahren aktiv und in dieser Funktion bei vielen Geesthachter Veranstaltungen präsent – zuletzt bei einem Stand auf dem Weihnachtsmarkt in der Fußgängerzone.

„Nun muss es auch mal ohne mich gehen“

Wenn verkaufsoffener Marktsonntag in war, dann verkaufte Streubel für den SJR an der Hüpfburg Popcorn. Wenn der Schulausschuss tagte, vertrat Streubel dort die Meinung der Sozialdemokraten. Und wenn ein größerer Einsatz Hilfe des Rettungsdienstes erforderte, war Streubel für das DRK dabei. „Ich habe schon sehr viel gemacht, und nun muss es auch mal ohne mich gehen“, bittet der 35-jährige Streubel, seine Entscheidung zu respektieren. Er kündigte an, das Ferienprogramm des SJR und dessen Ausfahrten künftig weiter zu unterstützen. Aber seine Frau und die beiden Söhne sollen jetzt auch mal etwas von ihm haben.

„Ich gehe davon aus, dass es auch kein Abschied für immer ist. Stephan bleibt SPD-Mitglied und wir freuen uns, wenn er mit seinem Wissen irgendwann auch wieder aktiv bei uns mitmacht“, sagt Kathrin Wagner-Bockey.