Geesthacht.

Kommunalpolitik soll über Zukunft der K 63 beraten

Radweg könnte kommen, wenn Stadt Unterhalt übernimmt

Geesthacht.  Mit einem Antrag an den Bauausschuss möchte Sven Minge, Fraktionschef von Pro Geesthacht, das Projekt Radwegebau und Übernahme der Kreisstraße 63 politisch thematisieren: „Wir haben dazu lange keine Beratung mehr geführt, es ist Zeit, dass wir auf einen aktuellen Sachstand gebracht werden.“

Der Kreistag hatte im September mehrheitlich einen Antrag von CDU und Grünen verabschiedet, der Landrat Dr. Christoph Mager (CDU) auffordert, Verhandlungen mit der Stadt Geesthacht aufzunehmen. Ziel ist demnach, dass der Kreis die Straße am Elbufer mit einem Radweg ausbaut und anschließend die K 63 zur Gemeindestraße herabstuft und diese der Stadt übergibt. Geesthacht wäre so für den Unterhalt der Straße zuständig. Bisher lehnt die Stadt die Übernahme ab.

„Die Stadt Geesthacht wurde darum gebeten, die Sache in den eigenen Gremien zu beraten. Die Anfrage erfolgte jedoch erst kürzlich, da zunächst die Ergebnisse der Haushaltsberatungen des Kreises abgewartet werden sollten“, teilte gestern Kreissprecher Tobias Frohnert auf Nachfrage mit. Ein Zwischenergebnis der Verhandlungen zwischen Landrat und Bürgermeister Olaf Schulze (SPD) gebe es deshalb noch nicht. Im Antrag hatten die Kreistagsfraktionen von CDU und Grünen gefordert, dass die Ergebnisse im Frühjahr 2019 auf Kreisebene vorgestellt werden.

Die Kreisstraße 63 sei nicht korrekt eingestuft, wird CDU-Fraktionschef Norbert Brackmann im Protokoll zur Kreistagssitzung vom September zitiert. Es müsse geklärt werden, ob die Stadt Geesthacht zur Übernahme der Straße als Gemeindestraße verpflichtet werden könne. Die beantragte Maßnahme sei ein großzügiges Angebot an die Stadt, welche gleichzeitig die Sicherheit für Radfahrer erheblich verbessern könne, so Brackmann. 2,52 Millionen Euro sind für den Ausbau einkalkuliert. 50.000 Euro davon finden sich als Planungskosten im Haushaltsplan des Kreises für 2019.

Um einen Radweg entlang der K 63 gibt es seit Jahren Diskussionen. Ein Mehrzweckstreifen an der Südseite war bei einer Deckensanierung der Fahrbahn 2008 verschwunden. Er wurde als unzulässig eingestuft. 2010 formierte sich eine Radfahrer-Demonstration, um auf die gefährliche Situation im Verkehr aufmerksam zu machen. Einen Radweg abseits der K 63, im Grünzug zur Elbe, lehnte die Naturschutzbehörde wegen der negativen Folgen für die Ökologie an dieser Stelle ab.