Geesthacht.

Hafencity und Teppichfabrik – Geesthacht will weiter wachsen

Agenda 2019 Bauprojekte werden Optik der Elbestadt verändern – Schulen werden fit für Zukunft gemacht

Geesthacht. Das Chaos ist ausgeblieben: Als umstrittenste Baumaßnahme 2018 angekündigt, lief die Sanierung samt dreimonatiger Sperrung der Bundesstraße 404 in Besenhorst relativ reibungslos ab. 2019 könnten die Pläne für das Gelände der ehemaligen Teppichfabrik und für die Hafencity für das größte Aufsehen sorgen. Wo in der wachsenden Elbestadt ansonsten im kommenden Jahr geplant, gebaut und saniert wird, zeigt die folgende Agenda 2019 für Geesthacht.

1. Bonava Besenhorst

Das Unternehmen Bonava will 2019 in Besenhorst voll durchstarten. Auf den Hofflächen Ahrens (abgebrannt) und Meyer (verlagert) soll ein Neubaugebiet mit Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern entstehen. Die 6,6 Hektar große Fläche soll mit 154 Wohneinheiten bebaut werden, von denen die ersten noch 2019 bezugsfertig sein sollen.

2. Zweite Feuerwache

Nach jahrelangen Diskussionen soll an der Mercatorstraße eine zweite Feuerwache entstehen. So soll die Zeit, die die Menschen in den Wohngebieten und im Gewerbegebiet am Stadtrand auf Hilfe warten müssen, verkürzt werden. „Die neue Fahrzeughalle wird auch im Hinblick auf das neue Wohngebiet Finkenweg-Nord interessant, und weil das Gewerbegebiet erweitert wird. Außerdem kommt man von dem Standort aus schnell nach Besenhorst, wo auch neue Wohnbebauung entsteht“, erklärt dazu Bürgermeister Olaf Schulze. Geld für Planungskosten steht bereit, die Stadt hofft zudem auf einen Zuschuss des Landes. Gebaut werden soll spätestens 2020.

3. Gewerbe an Mercatorstraße

Die Stadt und die Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft des Kreises (WFL) wollen in diesem Jahr gemeinsam Ackerland in Gewerbeflächen umwandeln. Zwischen Gutenbergstraße und Heidbergring-Parkplatz soll – von der Mercatorstraße erschlossen – das Gewerbegebiet-Nord erweitert werden. Die Erschließungsarbeiten für die gut neun Hektar große Fläche sollen im Frühjahr beginnen.

4. Finkenweg-Nord

Die Erschließung des Neubaugebietes Finkenweg-Nord zieht sich weiter hin. Die Stadt hat die Ackerflächen noch einmal für eine weitere Saison an Landwirte verpachtet. Frühestens 2020 werden also Häuslebauer mit dem Hochbau starten können, wenn die Stadt nach der Ernte 2019 mit den Arbeiten beginnt.

5. Bertha-von-Suttner-Schule

Die Bertha-von-Suttner-Schule am Dösselbuschberg platzt aus allen Fugen. 2019 soll der Erweiterungsbau in Angriff genommen werden, schon 2020 soll der Einzug erfolgen. Zwölf Millionen Euro wird das Projekt voraussichtlich kosten.

6. Hochzeitswald

Im April wird zum letzten Mal ein Pflanztermin im beliebten Hochzeitswald am Dösselbuschberg angeboten. Wie es mit der Tradition danach weitergehen kann, ist noch unklar. Sicher ist indes, wie mit einer anderen städtischen Fläche verfahren wird: Der neu angelegte Rhododendron-Park in Grünhof-Tesperhude soll 2019 erweitert werden.

7. Rewe-Neubau

Der Discounter Rewe möchte seinen Standort an der Hansastraße, Ecke Worther Weg, durch einen modernen Neubau ersetzen. Aktuell läuft das erforderliche Bebauungsplan-Verfahren, für das 2019 ein Beschluss erwartet wird. Ob das Bauvorhaben dann aber wirklich zeitnah realisiert wird oder Rewe zunächst den Sky-Markt an der Norderstraße umgestaltet, ist unklar.

8. Sanierung am Spakenberg

Nach einer Winterpause sollen die Bauarbeiten Am Spakenberg weitergehen. Die Stadtwerke werden ab der St.-Petri-Kirche den Leitungsbau vorantreiben. Die Stadt wird ab der Hansastraße die Neugestaltung der Fahrbahnoberflächen und den Einbau der neuen Kanalisation in Angriff nehmen. Gebaut werden soll bis 2020.

9. Sportlerheim-Sanierung

Nach jahrelangem Hin und Her soll die Sanierung des Sportlerheims des Düneberger Sportverein (DSV) im Jahr des 100-jährigen Bestehens tatsächlich umgesetzt werden. Die Zusicherung vom Bürgermeister: „Der DSV wird im sanierten Heim nächstes Jahr feiern.“ Nach Kostensteigerungen und emotionalen Diskussionen über Sanierungsvarianten wurden die Arbeiten seit 2016 nicht ausgeführt. 2019 sollen nun aber für 354.000 Euro die Maschinen röhren – der Bund übernimmt gut 121.000 Euro, die Aktivregion Sachsenwald-Elbe 60.000 Euro.

10. Ehemalige Teppichfabrik

Die größte Herausforderung für die Politik dürfte 2019 das Projekt Teppichfabrik werden. Das Möllner Unternehmen Gaedeke hatte dieses Jahr erste Ideen zur Umnutzung des aufgegebenen Industriestandortes vorgestellt. Neben Wohnungsbau (25 Prozent Sozialwohnungen) sollen alte Hallen auch für Gewerbe genutzt werden, unter Denkmalschutz stehende Hallen könnten künftig auch für kulturelle Zwecke hergerichtet werden. Bürgermeister Schulze: „Dort werden die Gespräche nächstes Jahr soweit sein, dass wir mit dem B-Plan beginnen.“

11. Otto-Hahn-Gymnasium

Die Sporthalle wurde bereits saniert, 2019 stehen für das Otto-Hahn-Gymnasium (OHG) 420.000 Euro im Haushalt bereit – für die Sanierung von naturwissenschaftlichem Trakt und Sanitärräumen.

12. Mero-Druck

An der Mühlenstraße wurden die Gebäude des umgezogenen Mero-Drucks bereits weitestgehend abgerissen. Seit Sommer 2018 läuft die Aufstellung eines Bebauungsplans, der nächstes Jahr vermutlich verabschiedet wird. Dann kann der Bau von gut 100 Mietwohnungen und einer großen Tiefgarage der Firma Heitmann aus Curslack beginnen.

13. Buntenskampschule

Nach der Turnhalle und dem Dach sind 2019 die Außenanlagen der Buntenskampschule dran. Sie werden umgestaltet.

14. Radverkehr

Die Stadt will an der Rathausstraße 2019 durch Minikreisel den Radverkehr sicherer machen. Auch in Höhe Lauenburger Straße und Trift sollen Minikreisel entstehen. Autos müssen sie umfahren, abbiegende Laster können die aufgepflasterten Flächen überfahren. Außerdem möchte die Verwaltung weitere Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs umsetzen und in einer Arbeitsgruppe stärker mit dem ADFC zusammenarbeiten.

15. Züblin und Hafencity GmbH

Die Hafencity entlang des nördlichen Hafenrandes wächst deutlich. Die Hafencity GmbH wird ihr Vorhaben 2019 fertigstellen. Die Firma Züblin hat gerade die Erdarbeiten für ihr Projekt Elbterrassen II begonnen. Schritt für Schritt zieht auch die öffentliche Promenade an der Wasserkante mit, das erste durchgängige Stück wird wohl im Sommer 2019 nutzbar sein.

16. Städtischer Betriebshof

Die Neugestaltung des Geländes des ehemaligen Betriebshofes, das direkt an der Elbe und inmitten der Hafencity liegt, soll 2019 ein ordentliches Stück vorangehen. „Wir wollen sehen, dass wir den B-Plan für unseren Teil voranbringen. Dort wollen wir das Seniorenheim und die Kindertagesstätte unterbringen“, sagt Bürgermeister Olaf Schulze zu dem Areal. Betrieben werden soll das neue Seniorenheim von der Vorwerker Diakonie. Zudem sind auf dem Gelände an der Steinstraße der Bau eines Nahversorgers sowie von Wohnungen geplant.

17. Hafenbrücke

Bereits mehrfach verschoben, soll im Sommer die Hafenbrücke saniert werden. Der Holzbelag sowie die Stahlträger des Bauwerks, das Menzer-Werft-Platz und Steinstraße verbindet, sollen fit für die Zukunft gemacht werden. Bereits im Oktober 2016 hatte die Politik beschlossen, dass die Brücke im Sommer 2017 für drei bis vier Monate für eine 250.000 Euro teure Sanierung voll gesperrt werden soll. Das klappte nicht. Und auch 2018 wurde die Brücke nicht angepackt – sie wurde für das alle zwei Jahre am Hafen stattfindende Elbfest gebraucht. 2019 soll nun saniert werden – für 480.000 Euro. „Zum Elbfest 2020 wird die Hafenbrücke fertig sein“, kündigt Bürgermeister Schulze an.

18. Freizeitbad

Von September 2019 bis April 2020 soll außerhalb der Saison im Freizeitbad gebaut werden. Die Wirtschaftsbetriebe planen ein neues Nichtschwimmerbecken, das mit einem in der Höhe verstellbaren Boden beispielsweise auch für Wassersport nutzbar sein soll. Kosten: vier Millionen Euro.

19. Kernkraftwerk Krümmel

Um den geplanten Rückbau des Kernkraftwerks Krümmel starten zu können, sollen 2019 die letzten Kernbrennstoffe aus der Anlage geholt werden. Dazu wurde ein Castorbehälter angeliefert, der dank einer speziellen Vorrichtung, deren Zulassungsverfahren aktuell läuft, auch einzelne Brennstäbe aufnehmen kann.

20. Helmholtz-Zentrum

Als im Juli 2017 ein Feuer eine Versuchsanlage des Magnesium Innovations-Centers (MagIC) beim Helmholtz-Zentrum (HZG) zerstörte, war der Schock groß. Denn die Geesthachter Magnesium-Forscher haben weltweit eine Spitzenstellung. Mit 5,1 Millionen Euro fördert der Bund jetzt einen Neubau, der im neuen Jahr errichtet werden soll. Spätestens Mitte 2020 soll er in Betrieb gehen.

21. Sportzentrum Westerheese

Der Kunstrasenplatz an der Westerheese ist bereits fertig und soll 2019 offiziell eingeweiht werden. Das Jugend- und Sportlerheim nebenan soll, damit es die Anforderungen eines Mehrgenerationenhauses erfüllen kann, ausgebaut werden. 230.000 Euro stehen unter anderem für zwei neue Mehrzweckräume mit Sperrvermerk im Haushalt zur Verfügung. Wie genau der Ausbau aussehen soll, berät die Politik erneut im Februar.

22. Heineweg WoGee

Am Heineweg in Grünhof-Tesperhude entstehen aktuell Mietwohnungen und für die Vermietung vorgesehene Reihenhäuser der Wohnraumentwicklung Geesthacht GmbH & Co. KG (WoGee). Die fünf Gebäude sollen 2019 fertig werden. Die geförderten Wohneinheiten werden für 5,95 Euro pro Quadratmeter vermietet.