Energie-Effizienz

Waldemar May aus Börnsen tüftelt an Magnet-Motor

Der Börnsener Industriemechaniker Waldemar May (62) zeigt eine Zeichnung seines Magnet-Elektromotors.

Der Börnsener Industriemechaniker Waldemar May (62) zeigt eine Zeichnung seines Magnet-Elektromotors.

Foto: Gerrit Pfennig / BGZ

Geesthacht. Mit einem Magnet-Elektromotor will der Erfinder Waldemar May aus Börnsen die Energie-Effizienz von Elektrofahrzeugen erhöhen.

Geesthacht.  Weihnachten nutzen viele, um sich grundlegende Gedanken über das Leben zu machen, und solche Gedanken treiben auch den Börnsener Waldemar May um. Der 62-Jährige hat einen Elektromotor entwickelt, der auf dem Weg zu mehr Energieeffizienz seiner Einschätzung nach eine wertvolle Hilfe sein könnte.

„Ich möchte damit gern allen Menschen etwas Gutes tun, allerdings bin ich noch auf der Suche nach Unterstützern, die sich finanziell an dem Projekt beteiligen möchten“, sagt May.

Motor erzeugt im Betrieb Strom

Der Börnsener nennt seine Erfindung „Elektro-Magnetomotor“, denn sie weicht von herkömmlichen E-Motoren ab, die allein mithilfe von Spulen elektromagnetische Felder erzeugen. May will in seinem Motor zusätzlich auch Platten von Dauermagneten verbauen.

Der Apparat besteht dabei aus zwei Teilen – einer stromaufnehmenden und einer -abgebenden Seite. Mithilfe einer Batterie setzen die elektromagnetischen Spulen die Bewegung in Gang, auf der anderen Seite wird im Zusammenspiel mit Dauermagneten und Eisenplatten dann Strom erzeugt.

Kleinere Batterien für E-Mobilität möglich

„Meine Entwicklung hat den Vorteil, dass man beispielsweise in Elektro-Autos nicht so starke Batterien wie heute bräuchte“, sagt der gelernte Industriemechaniker. Einsetzbar wäre die Technik aber auch in Lastwagen oder Flugzeugen.

So habe er bereits einen Motor entwickelt, mit dem sich die Maximaldrehzahl von Kampfjetturbinen von 11.000 Umdrehungen die Minute auf 16.000 beschleunigen lasse. Er habe diesen Antrieb erfunden, als er noch für das russische Militär gearbeitet habe, erzählt May, der gebürtig aus Sibirien stammt.

Damals habe er auch einen Motor entwickelt, mit dem die Räder des Fahrwerks angetrieben werden können. „Das Problem ist, dass die Reifen eines Kampfjets nur drei bis vier Landungen aushalten. Dann sind sie verschlissen“, berichtet der Tüftler. Mit seinem Motor kämen die Räder dagegen auf die Geschwindigkeit, die das Flugzeug am Boden habe und der Reifenverschleiß bei der Landung sinke auf null.

Die Idee kam bei der Arbeit fürs Militär

„Ein hochrangiger Offizier hat mir damals gesagt, dafür haben wir keinen Bedarf, weil wir gar nicht wissen, wie lange das Flugzeug und der Pilot im Einsatz überleben“, sagt May kopfschüttelnd. Die Idee seiner „Elektro-Magnetomotoren“ verlor er dennoch nie aus den Augen und tauscht sich inzwischen regelmäßig mit dem Bergedorfer Maschinenbauer Wolfgang Grottke (Molds & Design) aus, der sich beeindruckt von der Ausdauer des Börnseners zeigt: „Seine Pläne verfolgt Waldemar May schon seit Jahren.“

Es fehlen Partner für das Projekt

Nur der passende Partner für die Realisierung fehlt dem Entwickler noch. So hat er sich bereits an mehrere Bundesministerien gewandt, und auch bei Volkswagen wurde er schon vorstellig. Vorbilder gebe es indes bereits. So entwickelt die L3 Magnet-Motor GmbH aus Starnberg (bei München), die zum amerikanischen L3-Konzern gehört, ähnliche Motoren als Unterstützung für Militärfahrzeuge, weil deren Stromverbrauch immer weiter steigt. Waldemar Mays zivile Pläne lägen laut eines Sprechers aber „außerhalb unserer Kernmärkte“, weshalb eine Kooperation wohl nicht möglich sei.

Waldemar May hält dennoch an seinem Traum fest. Wer ihn unterstützen möchte, erreicht ihn per Handy unter 01 76/39 67 79 99 oder per E-Mail: waldemarmay@gmx.de.