Geesthacht.

50.000-Liter-Tanks als Energiespeicher

Stadtwerke investieren am Barmbeker Ring 200.000 Euro

Geesthacht. Mit einem neuen Energiespeicher wollen die Stadtwerke Geesthacht künftig jeweils zwischen April und September etwa 450.000 Kilowattstunden (kWh) Wärme speichern. Dies ermöglicht zeitgleich die Produktion von zusätzlichen 405.000 kWh Strom. „Im Vergleich zur üblichen Produktion sparen wir im Jahr etwa 213,5 Tonnen CO2 ein, leisten damit einen weiteren Beitrag zum Klimaschutz in unserer Region“, sagt Frank Schumacher, technischer Leiter der Stadtwerke. 200.000 Euro investiert der Versorger in die neue Technik am Barmbeker Ring in der Oberstadt. Im Heizwerk dort arbeiten mit Gas befeuerte Blockheizkraftwerke (BHKW).

Mit Hilfe zweier Telekräne wurden die beiden jeweils 8,8 Tonnen schweren, elf Meter hohen und jeweils 50.000 Liter Wasser fassenden Wärmespeicher gestern aufgestellt. „Das sind zunächst die reinen Tanks, die einen Durchmesser von 3,10 Metern haben. Die werden noch mit 30 Zentimeter Wärmedämmung umhüllt und anschließend mit Blech verkleidet“, erläutert Daniel Kleemann, der Wärmemeister der Stadtwerke.

Infolge vieler Neubauten sowie der Sanierung von Mehrfamilienhäusern konnten die Stadtwerke die als ökologisch geltende Fernwärmeversorgung in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausbauen. Vorteil für Kunden: Sie benötigen keine eigene Heizungsanlage und die Übergabestation im Haus betreuen die Stadtwerke. Mehrere Neubauten an oder nahe der Fernwärmetrassen wurden an die leitungsgebundene Wärmeversorgung angeschlossen. – unter anderem in Geesthachts Hafencity. Die Entwicklung der vergangenen drei Jahre ist laut Schumacher positiv. Die Stadtwerke liefern im Jahr zusätzlich 1400 Kilowatt Wärmeleistung über ihr um 3500 Meter erweitertes Fernwärmenetz an Kunden.

Um diese Netzerweiterung bedienen zu können, müssen die Kapazitäten erhöht werden. Kleemann: „In den weniger heizintensiven Monaten von April bis September können unsere BHKW aufgrund der über den Tagesverlauf schwankenden Abnahmemengen von warmem Wasser nicht optimal betrieben werden. Während des Tages reduziert sich die Wärmenachfrage und führt zum Abschalten der BHKW. In den Morgen- und Abendstunden hingegen wurde die fehlende thermische Leistung bisher durch klassische Heizkessel ergänzt“, berichtet Kleemann.

Um einen optimalen Betrieb der Kraft-Wärme-Erzeugung zu gewährleisten, wurde der Pufferspeicher geplant. Die beiden riesigen Tanks werden künftig die tagsüber bei der Stromproduktion anfallende überschüssige Wärme aus den BHKW speichern. In den Morgen- und Abendstunden kann der zusätzliche Wärmebedarf künftig häufig aus dem Speicher gedeckt und auf die herkömmlichen Heizkessel verzichtet werden.