Hafencity

244 Wohnungen: Geesthachter Projekt mit Vorbild-Charakter

 Erhöhter Blick auf die „Elbterrassen 2“ in der Hafencity Geesthacht: Im linken Gebäuderiegel an der Steinstraße sind die 61 Sozialwohnungen geplant.

Erhöhter Blick auf die „Elbterrassen 2“ in der Hafencity Geesthacht: Im linken Gebäuderiegel an der Steinstraße sind die 61 Sozialwohnungen geplant.

Foto: Timo Jann

Geesthacht. 61 Wohnungen sollen sozial gebunden sein, die Gestaltung klar geregelt. Mit Vertrag betritt die Stadt Neuland.

Geesthacht.  So einen städtebaulichen Vertrag hat es in Geesthacht noch nicht gegeben: Bis ins letzte Detail haben Stadt und Baukonzern Züblin einen Vertrag einschließlich der 20-jährigen Mietpreisbindung für sozialen Wohnraum ausgearbeitet. Er bezieht sich auf die Bebauung eines 15.000 Quadratmeter großen Grundstücks an der Steinstraße, Ecke Hallenstraße, das Züblin gehört. Die Stadt muss für die Schaffung von Wohnraum einen Bebauungsplan erstellen, in dessen Zuge gemäß Beschluss der Ratsversammlung von 2016 ein Anteil von 25 Prozent als Sozialwohnungen realisiert werden muss. Der Planungsausschuss hat am Dienstagabend mehrheitlich grünes Licht für den Vertrag gegeben, bei einer Gegenstimme der Linken. Das letzte Wort hat am Freitag, 16. November, die Ratsversammlung (18 Uhr, Markt 15).

7,30 Euro Nettokaltmiete, feste Einkommensgrenzen

Von den 244 geplanten Wohnungen sollen 61 sozial gefördert im „Gebäude D“, einem Riegel an der Steinstraße, entstehen. Es handelt sich um Wohnungen nach dem zweiten Förderweg laut den Richtlinien der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) mit einer Nettokaltmiete von 7,30 Euro pro Quadratmeter.

Für die Einkommensgrenzen wird eine Form des anrechenbaren Nettoeinkommens zugrunde gelegt. Demnach dürfen Alleinstehende, die sich für eine solche Wohnung interessieren, maximal 1940 Euro monatlich verdienen, bei einer fünfköpfigen Familie (Eltern und drei Kinder) liegt das maximale Netto-Einkommen bei 4370 Euro. Für Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes liegen die Werte leicht darunter. Die Einhaltung dieser Grenzen wird durch die Stadtverwaltung überprüft, eigene Belegungsrechte hat die Stadt Geesthacht nicht. Die Mietpreisbindung gilt nur für das „Gebäude D“. In den ruhiger liegenden Wohnblöcken dahinter kann mehr Geld verlangt werden. Züblin baut das Projekt „Elbterrassen 2“ und wird es, wie die „Elbterrassen 1“ an der Steinstraße/Ecke Baustraße dann schlüsselfertig zur Vermietung an ein Unternehmen verkaufen.

„Das könnte ein Vorbild für andere sein“

Der Vertrag verpflichtet Züblin, mit dem „Gebäude D“ zu beginnen. Die sechs weiteren Häuser auf dem Grundstück können dann folgen. So soll verhindert werden, dass erst die lukrativeren Gebäude errichtet werden. „Das könnte Vorbild für andere sein“, freute sich Karla Rohde (SPD). Ausschuss-Vorsitzender Gerhard Boll (Grüne) zeigte sich zufrieden: „Ich finde es gut, wie der Investor mit uns zusammenarbeitet.“

Ein zweiter Vertrag mit Züblin soll für die Durchsetzung weiterer Anliegen der Stadt sorgen. Etwa bei der Optik der Neubauten. Auf vier Geschossen befindet sich ein zurückspringendes fünftes Stockwerk. Die Fassaden werden maximal zu 30 Prozent verputzt. Olaf Dose, Prokurist von Züblin, stellte die Pläne vor: „Wir sind derzeit mit einem möglichen Käufer in Verhandlungen, da können wir diese Darstellung auch gebrauchen.“

Geplant ist eine Böschung, darauf eine bei Hochwasser überflutungsfähige öffentliche Promenade, dann eine schützende Betonkante und auf einem hochwassersicheren Niveau von 10,40 Metern die Neubauten. Der Großteil der Autos der Bewohner soll in zwei Tiefgaragen Platz finden.