Broschüre

Was tun beim Unfall in den Kernkraftwerken?

Die Broschüre informiert über den Strahlenschutz für die Kernkraftwerke Brokdorf (li.), Krümmel (re. oben) und Brunsbüttel.

Die Broschüre informiert über den Strahlenschutz für die Kernkraftwerke Brokdorf (li.), Krümmel (re. oben) und Brunsbüttel.

Foto: Screenshot / BGZ

Geesthacht. Ratgeber informiert alle Bewohner Schleswig-Holsteins. Krümmel-Betreiber Vattenfall hat an der Broschüre mitgewirkt.

Geesthacht.  Seit über neun Jahren ist das Atomkraftwerk Krümmel abgeschaltet, die ersten Schritte zum Rückbau der Anlage sind in die Wege geleitet. Dennoch könnte es schlimmstenfalls zu Unfällen kommen, bei denen radioaktive Strahlung in die Umgebung austritt. Welche Dinge dann zu beachten sind, beantwortet seit Montag ein Ratgeber, den die schleswig-holsteinischen Atomkraftwerksbetreiber PreussenElektra (E.on) und Vattenfall herausgegeben haben. Sie sind laut Strahlenschutzverordnung dazu verpflichtet, diese zu verteilen.

Broschüre wird im Zwei-Kilometer-Radius zugestellt

Für die Verteilung der Broschüren gelten unterschiedliche Regeln. So müssen diese beim laufenden Kraftwerk Brokdorf in einem Radius von fünf Kilometern verteilt werden, bei Krümmel sind es hingegen zwei Kilometer um das Kraftwerk herum. Betroffen sind hiervon vor allem Grünhof-Tesperhude, aber auch die Unterstadt samt Johanniter-Krankenhaus und Edmunds­thal-Siemerswald mit der Helios Klinik.

Fukushima sei hier nicht möglich

In der Broschüre betonen die Betreiber: „Die umfangreichen Sicherheitsüberprüfungen haben in Deutschland gezeigt, dass unsere Kernkraftwerke im Gegensatz zu den Reaktoren in Fukushima über eine hochwertige technische Auslegung und ein hervorragend realisiertes Sicherheitskonzept mit ausreichenden Reserven sowie einer großen Robustheit verfügen.“ Es könne zwar zu Vorfällen kommen, die von der siebenstufigen „INES-Skala“ erfasst werden, allerdings habe es seit deren Einführung 1991 in Deutschland kein Ereignis über der Stufe 2 gegeben – erst ab Stufe 4 handelt es sich um „Unfälle“. Laut Kieler Innenministerium stehe für den Ernstfall „ein hoch entwickeltes staatliches Hilfeleistungssystem für die Bevölkerung bereit“. Dieses System benötige „im unwahrscheinlichen Ereignisfall“ aber die aktive Unterstützung der Menschen bei den vorgesehenen Schutzmaßnahmen.

Ratgeber auch online erhältlich

So erfahren die Leser des „Ratgeber für die Bevölkerung in der Umgebung der Kernkraftwerke in Schleswig-Holstein“ etwa, welche Schritte auf die Auslösung des Alarms folgen und welche Dosierung von Jodtabletten die richtige ist. Die Broschüre ist zum kostenfreien Download im Internet auf perspektive-kruemmel.de erhältlich.