Forschung

Geesthacht: Bund gibt 6,9 Millionen Euro für Störe

Projektleiter Dr. Jörn Geßner vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) präsentiert einen Stör.

Projektleiter Dr. Jörn Geßner vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) präsentiert einen Stör.

Foto: Philipp Schulze / dpa

Geesthacht. Jetzt geht alles ganz schnell: Schon 2019 soll das Geld für die Aufzucht-Station auf der Elbinsel fließen.

Geesthacht.  Die neue Aufzucht- und Forschungsanlage für Störe auf der Elbinsel direkt neben der Geesthachter Fischtreppe kann kommen. Wie der Lauenburger CDU-Bundestagsabgeordnete Norbert Brackmann mitteilte, habe am Donnerstag der Haushaltsausschuss des Bundestages auf seine Initiative hin 6,9 Millionen Euro freigegeben. Das Geld soll demnach mit dem Bundeshaushalt 2019 an das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) fließen, das die Anlage in Geesthacht plant (wir berichteten).

200.000 Störe sollen ausgesetzt werden

„Damit wird ein wichtiger und letzter Schritt zur Wiederansiedlung des europäischen Störs in Deutschland und Mitteleuropa gemacht“, teilt Brackmann mit. Die Elbinsel sei ein idealer Standort, um die geschlechtsreifen, aus der Nordsee zurückkehrenden Störe zu fangen und in die Aufzuchtanlage zu bringen, wo ihr Laich gewonnen werden soll. Bislang habe das IGB, das derzeit noch von Berlin aus arbeitet, 20.000 Störe in die Elbe entlassen, künftig sollen es 200.000 sein. Hierbei handele es sich um ein „gewaltiges Programm“, das eine nationale Aufgabe darstelle, die dringend die finanzielle Unterstützung des Bundes brauche, so Brackmann.

Labors, Büros und Infozentrum

Die Anlage soll eine Grundfläche von 3000 Quadratmetern haben. Die 6,9 Millionen Euro seien für den Bau eines zweigeschossigen Gebäudes gedacht, das Labore und Büros umfassen solle sowie eine Leichtbauhalle, in der die Fische während der Aufzucht in 80 Becken gehalten werden. Daneben sei ein Informationszentrum für die Öffentlichkeit geplant. „Das haben wir explizit mit dem Beschluss über die Bundesförderung im Haushaltsausschuss gefordert“, so Brackmann.

Geesthachts Finanzausschuss hat bereits in seiner letzten Sitzung beschlossen, dem IGB für sein Vorhaben ein Grundstück zu überlassen. Die Details müssten geklärt werden, sobald die Realisierung absehbar sei, berichtete Bürgermeister Olaf Schulze (SPD). Zuletzt hatte auch der Kreis Herzogtum Lauenburg aus baurechtlicher Sicht grünes Licht für die IGB-Forschungspläne an der Elbe gegeben.