Geesthacht.

Bauboom: Stadt sucht Planer auf Zeit

Verwaltung hat viele Projekte in Arbeit

Geesthacht.  Der Bauboom ist ungebrochen: Die Firma Züblin lässt an der Steinstraße, Ecke Hallenstraße, alte Gebäude abreißen, um Platz für ein nächstes Großprojekt zu schaffen. „Noch sind wir dabei, das Planrecht zu schaffen, aber wohl im Winter werden dort die Bauarbeiten beginnen können“, sagt Bauamtsleiter Peter Junge. Züblin plant nach dem ersten Bauvorhaben in der Geesthachter Hafencity mit 105 Mietwohnungen das nächste Projekt an der Hallenstraße mit 250 Wohneinheiten. Auf angrenzenden Flächen ist noch Platz für weitere etwa 750 Wohnungen.

200 000 Euro für externe Planer einkalkuliert

Perspektivisch wird die Zahl der Einwohner Geesthachts in den kommenden Jahren auf etwa 35 000 ansteigen. Aktuell leben fast 31 000 Menschen in der Stadt. Investoren sollen an anfallenden Infrastrukturkosten, etwa dem Bau von Kindertagesstätten, beteiligt werden, dafür sollen zeitnah die entsprechenden Satzungen und Details beraten werden.

Damit die Verwaltung bei der Bearbeitung der zahlreichen Bebauungspläne nicht in Verzug kommt, empfiehlt die Verwaltung der Politik eine zusätzliche Stelle für einen Stadtplaner. Heute soll der Hauptausschuss darüber beraten (18 Uhr, Rathaus, Raum 213). 49 000 Euro würden für die Personalie pro Jahr anfallen, heißt es in einer Vorlage.

2025 solle bewertet werden, ob die Stelle weiter benötigt wird. Derzeit muss die Stadt reichlich externes Know-how einkaufen. Im Planungsausschuss wurde bei der Beratung des Budgets deutlich, dass 2019 etwa 200 000 Euro dafür anfallen würden. Es mangelt an eigenem Personal.

„Dafür können wir einen eigenen Stadtplaner einstellen und haben die Dinge dann auch weiter in der Hand“, meint Gerhard Boll (Grüne), der den Planungsausschuss leitet. Das Team um Stadtplanerin Hildegard Adamofski lobt er ausdrücklich: „Was da in den vergangenen zwei, drei Jahren geleistet wurde ist großartig.“

Ein Ende der Arbeit ist nicht absehbar. So stehen nach Informationen unserer Zeitung erste Gespräche der Politik mit den neuen Eigentümern der ehemaligen Teppichfabrik an. Nachdem das Unternehmen Gaedeke aus Mölln der Stadt das Areal an der Düneberger Straße vor der Nase weggeschnappt hat, geht es an die Planungen. Boll: „Wir sind uns im Ausschuss einig, dass wir die Planungshoheit für das Gelände nutzen wollen.“ Die Erarbeitung eines eventuell nötigen B-Planes solle nicht extern erfolgen.

Aktuell gilt für das Grundstück der Status eines Industriegebiets. Boll: „Der neue Eigentümer hat bisher erst ein Gespräch mit der Verwaltung geführt, da müssen wir abwarten, mit welchen konkreten Ideen er kommen wird.“ Die Stadt wollte eine Mischnutzung aus Wohnen, Gewerbe und Kultur realisieren. Verkäufe für Wohnbauflächen und Zuschüsse von Land und Bund hätten den kulturellen Part finanzieren sollen. Doch nachdem die Stadt nicht zum Zuge kam, hat sie jetzt ihre Ziele aufgeben und mit dem Nachtragshaushalt 2018 die vorgesehenen städtischen Mittel von 800 000 Euro gestrichen.

Ein Bebauungsplan für14 Wohnungen

Die Ratsversammlung gab vergangene Woche außerdem einstimmig grünes Licht für die vorhabenbezogenen B-Pläne hinter „kik“ an der Bergedorfer Straße (14 Wohnungen) und anstelle des ehemaligen Autohauses Zillmann an der Geesthachter Straße (75 mit Betreuungsangebot). Weitere Bebauungspläne für das Neubaugebiet Finkenweg-Nord sowie Innenstadtverdichtungen sind in der Bearbeitung.