Betreuung

Kita-Gebühren: Neue Hoffnung für Eltern im Norden

Ein Mann holt seine Kinder aus der Kita ab (Symbolbild).

Ein Mann holt seine Kinder aus der Kita ab (Symbolbild).

Foto: Peter Kneffel / dpa

Börnsen. In der Waldschule kündigt die Grünen-Landtagsfraktionschefin Entlastungen von 300 Euro monatlich an. Unterstützt der Bund?

Berlin/Börnsen.  Bei den Kitas deuten sich Entlastungen für Eltern an. So brachte gestern das Bundeskabinett eine Gesetzesvorlage von Familienministerin Franziska Giffey (SPD) auf den Weg, die bis 2022 Ausgaben von 5,5 Milliarden Euro vorsieht, erste 500 Millionen könnten schon 2019 fließen. Mit dem Geld soll die Betreuung verbessert sowie Geringverdiener von Gebühren befreit werden.

Grüne von Kalben tritt in Börnsen auf

Schleswig-Holsteins Sozialminister Heiner Garg (FDP) begrüßte den Vorstoß grundsätzlich, betonte jedoch, dass sich der Bund dauerhaft engagieren müsse. Die Landesregierung strebe grundsätzlich die gleichen Ziele wie der Bund mit ihrer geplanten Kita-Reform an. Einen Einblick in die Pläne des Kieler Jamaika-Bündnisses gab am Dienstagabend Eka von Kalben, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, bei einer Diskussionsveranstaltung in Börnsen.

„Noch in diesem Jahr soll durch ein externes Gutachten ein Konzept vorgelegt werden, 2019 finden die erforderlichen Gesetzesdiskussionen statt und bereits 2020 soll die Umsetzung erfolgen und die Elternbeiträge deutlich gesenkt werden“, sagte sie. Bislang war in Kiel von einer Deckelung der Beiträge auf 200 Euro die Rede. Hierauf wollte sich von Kalben nicht festlegen, sie gehe jedoch von einer Entlastung zwischen 250 bis 300 Euro im Monat aus. Fernziel der Grünen bleibe die beitragsfreie Kita.

Ungleichverteilung der Kosten im Kreis

Während in Hamburg eine fünfstündige Betreuung für alle Eltern gebührenfrei ist, gibt es im Kreis Herzogtum Lauenburg einen Flickenteppich. Zum Vergleich drei Kitas in evangelischer Trägerschaft: In St. Johannes (Geesthacht) zahlen Eltern einen Anteil von 20,05 Prozent der Betriebskosten, an der Dresdener Straße (Lauenburg) sind es 28,99 Prozent und in Brunstorf (Amt Schwarzenbek-Land) sogar 38,12 Prozent. Empfängern von Hartz IV oder Sozialhilfe kann eine Kostenübernahme durch das Sozialamt zustehen. Für alle anderen Eltern im Kreis gilt, das trotz einer Ermäßigung von 30 Prozent für das zweite und 60 Prozent ab dem dritten Kind schnell bis zu 850 Euro monatlich für zwei Krippenkinder zusammenkommen.

„Nur sieben Kilometer weiter in Wohltorf zahlen Eltern 150 Euro für die Elementargruppe weniger als hier in Börnsen“, kritisierte der Gemeindevertreter Max Alpert (Grüne). Der Grüne Bürgermeister Klaus Tormählen berichtete von erheblichen Kostensteigerungen im Krippenbereich sowie einer fast 100-prozentigen Auslastung der beiden Kitas. Eka von Kalben will Anregungen aus Börnsen aufnehmen: „Wir haben bundesweit die höchsten Eltern-Beiträge.“ Jamaika habe das Thema auch deshalb im Koalitionsvertrag verankert.