Wirtschaft

Gewerbegebiet Nord: Rat beschließt neuen Flächennutzungsplan

Die Erweiterung des Gewerbegebiets Nord soll zwischen Mercator- und Gutenbergstraße entstehen - auf den Flächen, wo auf diesem Archivbild der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises gerade der Raps blüht (links).

Die Erweiterung des Gewerbegebiets Nord soll zwischen Mercator- und Gutenbergstraße entstehen - auf den Flächen, wo auf diesem Archivbild der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises gerade der Raps blüht (links).

Foto: WFL

Geesthacht. Die Vermarktung des Sieben-Hektar-Areals kann offiziell beginnen. Jetzt muss noch der Bebauungsplan überarbeitet werden.

Geesthacht.  Das Gewerbegebiet Nord II nördlich der Mercatorstraße kann vermarktet werden. Die Ratsversammlung machte mehrheitlich dafür den Weg frei. Vorausgegangen war eine hitzige Debatte.

Grüne kritisieren unverhältnismäßige Kosten

„Wir würden gerne erweitern, denn an der Mercatorstraße sind kaum noch freie Plätze“, erklärte Bürgermeister Olaf Schulze (SPD). Zudem sei dies ein sehr guter Standort und ein noch besserer, wenn erst die Umgehungsstraße komme. Grünen-Fraktionschef Ali Demirhan machte seinem Unmut über dieses Projekt Luft. „Bisher sind 1,6 Millionen Euro dafür ausgegeben worden. Die Fläche anzuschaffen war ein großer Fehler. Ich sehe den Bedarf, weil viel brachliegt oder zweckentfremdet ist. Gucken Sie mal, wie viele Villen am Mercatorring stehen“, sagte Demirhan.

CDU: „Arbeiten und Wohnen gehören zusammen“

Auf insgesamt sieben Hektar können sich in dem neuen Gewerbegebiet Firmen ansiedeln. „Viele Firmen würden gerne kommen, aber wir haben aktuell keinen Platz“, konterte der Bürgermeister Demirhans Kritik. Zudem sei Geesthacht als Mittelzentrum verpflichtet zu wachsen. „Sollen sich die Firmen besser in Dassendorf ansiedeln, das per ÖPNV nicht so gut erreichbar ist? Wo arbeiten und wohnen denn die Menschen? In den Städten“, betonte Schulze. Unterstützung bekam er vom CDU-Fraktionschef Karl Hermann Rosell: „Arbeiten und Wohnen gehören zusammen. Daher sollten wir mehr Betriebe nach Geesthacht holen.“

„Ich sehe da nur Felder und Wiesen“

Als schönes Bild bezeichnete Dr. Jens Kalke (Grüne) die Idee vom Arbeiten und Wohnen in einem Ort. „Viele machen ihren Wohnort aber nicht mehr an der Arbeit fest. Der Flächenfraß dort oben macht unsere grüne Lunge und unser schönes Gesthacht kaputt“, kritisierte er. Einen „Flächenfraß“ kann SPD-Fraktionsvorsitzende Kathrin Wager-Bockey dagegen nicht erkennen. „Wir sind hier am Rand der Stadt“, sagte sie. Zudem habe das neue Gewerbegebiet gute Voraussetzungen mit der Ortsumgehung. Hicran Hayik-Koller (SPD) kritisierte, dass die Grünen immer gegen alles seien: „Nur mit Luft und Liebe geht es auch nicht. Man kann nicht nur Nein sagen.“ Eine grüne Lunge kann FDP-Fraktionschef Rüdiger Tonn nicht erkennen: „Ich sehe da nur Felder und Wiesen. Zudem ist betriebsbedingtes Wohnen im Gewerbegebieten normal.“

F-Plan beschlossen, B-Plan in Arbeit

Alle Fraktionen, außer den Grünen, stimmten für den geänderten Flächennutzungsplan. Der Bebauungsplan war zuvor bis zum 6. September ein zweites Mal öffentlich ausgelegt worden. Die Untere Naturschutzbehörde hatte kritisiert, dass Knicks und Grünstreifen nicht ausreichend geschützt seien. Durch die Änderungen verkleinerte sich die Gewerbefläche von 7,5 auf 7,0 Hektar. Neue Stellungnahmen müssen jetzt in den B-Plan eingearbeitet werden.