Geesthacht (ty/fmb).

Grüner Zettel am Auto – Der erste Schreck ist groß

Park & Control klärt vier Wochen lang über die Neuerung auf

Geesthacht (ty/fmb). Kunden kommen mit vollen Tüten aus dem Edeka- und dem Aldi-Markt an der Berliner Straße. Sie räumen ihre Einkäufe ins Auto und manche entdecken einen grünen Zettel, der hinter einem ihrer Scheibenwischer klemmt. Das sieht nach Unheil aus, der erste Schreck ist groß.

Tatsächlich verteilt ein Mitarbeiter der Firma Park & Control derzeit fleißig diese Zettel, die auf den ersten Blick, wie ein Knöllchen wirken. Doch noch sind es nur Warnhinweise. Seit Montag verwaltet das Stuttgarter Unternehmen den Parkplatz der Nahversorger. Große, blau-weiße Schilder weisen darauf hin, dass Kunden dort nur noch 90 Minuten parken dürfen und eine Parkscheibe auslegen müssen. Alternativ zur Parkscheibe ist auch das Auslegen eines Zettels möglich, auf dem die Ankunftszeit notiert ist. Das Verfahren soll Fremd- und Falschparker fernhalten und den Kunden das Parkplatzfinden erleichtern.

„Wir erklären dem Kunden, warum er falsch geparkt hat. Oftmals fehlt die Parkscheibe oder die Parkdauer wurde überschritten“, sagt der Mitarbeiter von Park & Control, der namentlich nicht erwähnt werden möchte. Noch kosten diese Versäumnisse kein Geld. Nach der Testphase von vier Wochen werden 30 Euro fällig.

Doch darf ein privates Unternehmen Daten der Fahrzeughalter ermitteln? „Das ist sogar offiziell vorgesehen“, erklärt Kreissprecher Tobias Frohnert. Im Straßenverkehrsgesetz ist dies unter dem Paragrafen 39 geregelt. Allerdings würden die Daten nur herausgegeben, wenn glaubhaft gemacht werde, dass eine Ordnungswidrigkeit vorliege. Zudem wird jede Anfrage bei den Behörden vermerkt. Auch Park & Control verweist in den Datenschutzrichtlinien darauf, dass die persönlichen Daten nicht an Dritte weitergegeben werden und der Datenschutzbeauftragte des Unternehmens per E-Mail unter dsb@park-control.de erreichbar sei.

Während der Parkscheibenkontrolleur von „größtenteils positiven Reaktionen“ berichtet, erfährt er beim Rundgang mit unserer Zeitung auf dem Parkplatz aber auch ein geteiltes Echo. „Endlich bekomme ich einen Parkplatz“ oder „Es wurde auch mal Zeit, dass sowas eingeführt wird“ sind einige positive Reaktionen. Aber auch negative Stimmen werden laut. „Sie können ihren Zettel gleich wieder mitnehmen“, beklagt sich ein älterer Herr.