Vollsperrung

Steinstraße: Politiker streiten, Bauarbeiter im Zeitplan

Die Bauarbeiten an der Steinstraße laufen seit dem 31. Mai und sollen am 30. Juni beendet sein – darin sind sich Stadt und „geestra-bau“ einig.

Die Bauarbeiten an der Steinstraße laufen seit dem 31. Mai und sollen am 30. Juni beendet sein – darin sind sich Stadt und „geestra-bau“ einig.

Foto: Timo Jann

Geesthacht. Der Streit um die Kostenexplosion in der Hafencity gewinnt an Schärfe. Grüne drohen Bürgermeister mit Kommunalaufsicht.

Geesthacht.  Die vergangene Woche begonnene Großbaustelle an der Steinstraße beschäftigt weiterhin die Bürger und die Politik. CDU-Fraktionsvorsitzender Sven Minge kontert nun die Kritik des Grünen-Fraktionschefs Ali Demirhan. „Der Kollege spielt sich jetzt als Robin Hood auf, dabei hat er die Sache doch mit verursacht“, sagt Minge.

Steinstraße wird Umgehung bei Besenhorst-Sperrung

Anstoß des Streites zwischen Minge und Demirhan sind die Mehrausgaben für die Promenadengestaltung und die Straßenherstellung. Ursprünglich waren 1,1 Millionen Euro veranschlagt worden. Aktuell liegen die Ausgaben um 814 000 Euro darüber, wovon 600 000 auf die Stadt Geesthacht und 214 000 auf den städtischen Abwasserbetrieb entfallen (wir berichteten). „Die Politik hat für den Schlamassel gesorgt, in dem der Bürgermeister jetzt steckt. Da können wir uns doch nicht quer stellen“, sagt Minge. Trotz einer Kostenexplosion musste Bürgermeister Olaf Schulze (SPD) die Bauarbeiten beauftragen, um noch vor der ab 1. Juli geplanten Vollsperrung der B 404 in Besenhorst die Steinstraße wieder freigeben zu können, denn dort entlang soll die Umleitungsstrecke verlaufen.

Grüne: Ratsversammlung hätte außerordentlich tagen müssen

Die Fraktionschefs von SPD, FDP und CDU nahmen die Eilentscheidung für die überplanmäßige Geldausgabe an der Steinstraße durch Schulze zur Kenntnis. Lediglich die Grünen hatten Einwände. Laut Fraktionschef Demirhan hätte die Ratsversammlung zu einer außerordentlichen Sitzung einberufen werden müssen, um über die überplanmäßige Mittelbereitstellung oder eine Neuausschreibung der Maßnahme zu entscheiden. Außerdem kritisiert er die späte Eilentscheidung vom 7. Mai, obwohl das Ausschreibungsergebnis seit dem 19. April bekannt sei.

Wird die Kommunalaufsicht eingeschaltet?

Demirhan hat für die Ratsversammlung am Freitag, 8. Juni (18 Uhr, Ratssaal), eine Kleine Anfrage vorbereitet. So möchte er von Schulze wissen, was die „Eilbedürftigkeit“ als „dringende Maßnahme“ ausmache, wenn man auch ab Herbst vielleicht zu einem günstigeren Preis hätte arbeiten können. „Wir sind gespannt auf die Antworten des Bürgermeisters und behalten uns vor, die Kommunalaufsicht einzuschalten“, berichtet Demirhan. CDU-Fraktionschef Minge kritisiert dagegen die Ablehnung der Grünen. „Wer A sagt, muss auch B sagen“, macht Minge deutlich.

„Suchmaßnahmen werfen uns nicht zurück“

Dessen ungeachtet laufen die Arbeiten unter Vollsperrung der Steinstraße. Das Neubauprojekt von Züblin – 100 Mietwohnungen, die im Juli und August dieses Jahr bezogen werden sollen – müssen an die Kanalisation angeschlossen werden. Außerdem wird die Baustraße neu gestaltet und die Uferpromenade angelegt. „Wir haben zum Auftakt zunächst Leitungen gesucht, weil absehbar war, dass diese anders liegen als sie in den Plänen verzeichnet sind“, erklärte gestern Hans-Heinrich Holst, Chef von „geestra-bau“. So muss jetzt eine Wasserleitung verlegt werden, weil sie den neuen Abwasserkanalschächten im Weg liegt. Holst: „Die Suchmaßnahmen waren aber einkalkuliert, das wirft uns nicht zurück.“

Verkehrsprobleme durch Sperrung

Langsam scheinen sich auch die Autofahrer an die Vollsperrung zwischen Freizeitbad und „Mc Donald’s“ zu gewöhnen. Allerdings fahren immer noch einige bis zur Absperrung und wenden. Auf der Düneberger Straße staut es sich zeitweise bis zur Wärderstraße. Wohl auch, weil auf der Umleitungsstrecke noch andere Bauarbeiten laufen. In Online-Netzwerken wird diskutiert, warum die Dünenstraße (zwischen Baustraße und Steglitzer Straße) nicht als Umleitung freigegeben wird. Doch das darf die Stadt nicht, weil der unbefestigte Weg, der mit Findlingen versperrt ist, nicht der erwarteten Verkehrsbelastung entspricht.

Michael Zühlke, stellvertretender Stadtsprecher, gibt Entwarnung, dass die Bauarbeiten nicht rechtzeitig fertig werden könnten: „Die Bauarbeiten in der Steinstraße sind so ausreichend getaktet, dass diese in der angegebenen Zeit durchführbar sind und nach Rücksprache mit der ausführenden Firma auch in diesem Zeitraum durchgeführt werden.“