Selbstpflücker

Erdbeersaison startet so früh wie nie

Hohenhorn.  „Wir bieten das Selbstpflücken seit 1972 an, aber so früh wie in diesem Jahr sind wir noch nie in die Saison gestartet.“ Jochen Putfarken, der bei Hohenhorn auf mehreren Feldern Erdbeeren anbaut, ist erstaunt. „Hätte mir das zu Ostern jemand gesagt, hätte ich das nicht geglaubt“, sagt er. Ostern gab es noch massiven Schneefall. Doch der überdurchschnittlich warme und sonnige Mai hat den Pflanzen gut getan – sie wachsen besser als erwartet.

„Richtig lecker“, urteilten Florian Goesken, Carolin Lasarczyk und Lisa Schwartz aus Geesthacht, als sie die ersten Früchte pflückten und gleich probierten. Das Trio konnte es kaum abwarten und hatte sogar eine Dose mit Sprühsahne dabei. Nina Burmester aus Hamwarde kam mit Kindern und Mutter zum Pflücken. „Erstmal ein paar zum Naschen“, sagte sie. „So ist es richtig“, pflichtet ihr Putfarken bei. „Wir sind zwar früh dran, aber erst in der kommenden Woche werden es wohl ausreichend Früchte sein, um sich, etwa zum Marmeladekochen, ausreichend eindecken zu können“, erklärt er.

Die erste reife Sorte ist die Honeoye, bald ist auch die Daroyal mit am Start und in etwa zwei Wochen folgt dann Sonata. Außerdem kann dann auch „Julia“ gepflückt werden – eine Eigenzüchtung. Wie im Vorjahr kostet ein Kilo Erdbeeren aktuell 3 Euro, wenn die Menge steigt, dürften es wohl im Laufe der kommenden Woche 2,50 Euro werden. „Die ersten Erdbeeren sind für viele Pflücker natürlich die schönsten, aber wer sich etwas geduldet, kann auch noch gut ernten“, sagt Putfarken. Seine Erntehelfer werden in zehn bis 14 Tagen voll durchstarten und Erdbeeren auf weiteren Flächen für den Lebensmitteleinzelhandel pflücken.

Die Flächen, auf denen Selbstpflücker loslegen können, befinden sich beide an der Straße nach Fahrendorf. Sie sind täglich von 7 bis 19 Uhr geöffnet. „Für die Früchte wären Temperaturen von 20 bis 25 Grad ideal, aber wir nehmen es, wie es kommt“, erklärt Putfarken. Er hofft auf nächtlichen Regen, möglichst aber kein Unwetter mit Hagel. Und: „Bei großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht können die Früchte mehr Zucker einlagern.“