Fotovoltaik

Sonnenenergie vom Hang für 210 Einfamilienhäuser

Wie hier in der Nähe von Cottbus soll am Pumpspeichewerk am Geesthang ein großer Fotovoltaik-Park entstehen.

Wie hier in der Nähe von Cottbus soll am Pumpspeichewerk am Geesthang ein großer Fotovoltaik-Park entstehen.

Foto: Z1022 Patrick Pleul / dpa

Geesthacht. Am Pumpspeicherbecken soll eine Fotovoltaik-Anlage entstehen, die jährlich etwa 730 000 Kilowattstunden Strom erzeugt.

Geesthacht.  Den Stromverbrauch von etwa 210 Einfamilienhäusern will der Energiekonzern Vattenfall in Geesthacht künftig mit Hilfe einer modernen Fotovoltaikanlage decken. Das erklärte Projektleiter Stefan Veltrup vom Energieriesen jetzt im Ausschuss für Planung und Umwelt. Die Anlage mit 750 Kilowatt (KW) am Damm des Speichersees auf dem Geesthang soll jährlich etwa 730 000 Kilowattstunden (KWh) Strom erzeugen und 430 Tonnen Kohlendioxid (CO2) einsparen. Vattenfall geht von einer Betriebszeit von mindestens 20 Jahren aus.

Selbst See könnte belegt werden

Tatsächlich würde der Damm des Pumpspeicherwerks noch Platz für eine deutlich stärkere Nutzung bieten, selbst der See könnte mit schwimmenden Modulen belegt werden. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) schränkt bei größeren Anlagen aber die Flexibilität des Investors ein. Veltrup: „Wir könnten aber jedes Jahr theoretisch 750 KW dazu bauen.“

Zunächst muss nun ein Bebauungsplan für das Areal östlich der Windkraftanlage (500 KW) erstellt werden – inklusive Umweltverträglichkeitsprüfung. „Ich gehe davon aus, dass noch genug Hang da ist, um den Eingriff zu kompensieren“, sagte Bauamtsleiter Peter Junge. Er unterstützt das Projekt. „Es passt gut in unser Gesamt-Klimaschutzkonzept“, sagte er. Rüdiger Tonn (FDP) fragte, ob das Pumpspeicherwerk zur Füllung des Speichersees den Strom aus Sonnenkraft nutzen oder ob er direkt eingespeist werde. Ein „virtueller Zähler“, so Veltrup, werde die Einspeisung der Strommenge in das Netz messen, aber sicher werde ein Teil davon beim Betrieb der Pumpen verbraucht. Deutschlandweit will Vattenfall auf eigenen Flächen für fünf Milliarden Euro Fotovoltaikanlagen errichten. Ziel sei es, 40 Megawatt Leistung bis 2020 zu installieren.

5000 Quadratmeter werden benötigt

Der Speichersee selbst ist im Flächennutzungsplan als Fläche zur Energieerzeugung ausgewiesen, der Damm an der Außenseite gilt als Grünfläche. Die soll bei einer Realisierung mit 1,40 Meter hohen Gestellen bebaut werden, auf denen 2750 Fotovoltaikmodule befestigt würden. Dafür wird eine Fläche von etwa 5000 Quadratmetern benötigt. Die Südausrichtung des fast 100 Meter hoch gelegenen Standortes sorgt für eine optimale Sonneneinstrahlung. Vattenfall rechnet pro Jahr mit 970 Volllaststunden der Anlage. Zum Vergleich: Die städtische Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Betriebshofes an der Mercatorstraße leistet 150 Kilowatt.

Von Petra Burmeister (SPD), Friedhelm Ringe (Grüne), Bastian Numrich (CDU) und Tonn gab es Zustimmung der Fraktionen für das Projekt. Teilweise wurde aber die Vernachlässigung der 1995 neben den Rohren an der Elbuferstraße errichteten Fotovoltaikanlage (60 KW) kritisiert. Veltrup betonte, dass diese auf Vordermann gebracht werde. Ziel war es eigentlich, Strom aus Sonne und Wind zur Füllung des Speichersees (3,3 Millionen Kubikmeter Inhalt) zu nutzen. „Die Pumpspeicherwerke werden vom Bundeswirtschaftsministerium leider stiefmütterlich behandelt“, sagte Gerhard Boll (Grüne). Die Betreiber müssten bei Strombezug und Stromabgabe jeweils Durchleitungskosten an die Netzbetreiber entrichten, was den Betrieb unwirtschaftlich mache.