Geesthacht.

Baubeginn am Finkenweg ist noch längst nicht greifbar

Wohnungsbau Gründung von städtischer Entwicklungsgesellschaft verzögert sich

Geesthacht. Ob bereits 2018 am Finkenweg-Nord die Bagger anrollen, scheint derzeit fraglich, was nicht nur mit der ­Frage des sozialen Wohnungsbaus auf diesem Zwölf-Hektar-Gebiet zu tun hat. Ein wichtiger Punkt ist die Erschließungsgesellschaft, die die Stadtverwaltung gründen möchte. Wie berichtet, hatte sie von der Politik den Auftrag bekommen, die Einrichtung einer solchen Gesellschaft zu prüfen, mit der stadteigene Flächen vermarktet werden könnten. Doch wann die Politik über deren Gründung entscheiden soll, ist unklar.

Bürgermeister Olaf Schulze (SPD) hatte im Dezember angekündigt, im ersten Quartal 2018 aufzuzeigen, welche Vor- und Nachteile die Erschließung durch eine solche städtische Gesellschaft hätte. Das Quartal ist fast um, und die Politik dürfte sich so erst nach der Kommunalwahl im Mai – und möglicherweise auch erst nach der Sommerpause – mit dem Thema befassen.

„Wir sind da dran, wir müssen die Dinge ja auch mit dem Innenministerium klären“, sagte Schulze auf Nachfrage. Er hoffe, noch dieses Jahr zumindest die Gesellschaft gründen zu können. Ein Jahr werde die Erschließung voraussichtlich dauern, 2020 könnten dann wohl frühestens die ersten Neubauten der geplanten knapp 300 Wohneinheiten bezugsfertig sein.

Jahrelang wurde das von der Stadt und dem Investor Uwe Gerner gekaufte Gelände weiterhin landwirtschaftlich genutzt. 2016 entwickelten Studenten dann Ideen, wie man das Areal erschließen könnte. Auf dieser Basis arbeitet die Stadtplanung an baureifen Plänen.

Neben dem Ausschuss für Planung und Umwelt ist auch der Energieausschuss beteiligt, der das Gelände komplett mit einem Zwang zur Installation von Fotovoltaikanlagen zur Stromerzeugung belegen wollte. Rüdiger Tonn (FDP) warnte vor Ängsten von Bauwilligen, die sich aus Sorgen vor möglicher Brandgefahr abgeschreckt sehen könnten. Nun soll eine kleine Fläche mit dem Zwang zur Fotovoltaik-Nutzung im B-Plan vorgesehen werden. Bei der Heizung soll verpflichtend Fernwärme in die Kaufverträge geschrieben werden. Nach Plänen der Stadt sollen die Stadtwerke das Areal vom Hohenhorner Weg aus versorgen. „Gas und Öl als Brennstoff wird der Bebauungsplan ausschließen“, sagte Stadtplanerin Hildegard Adamofski.

Ängste haben scheinbar auch Anwohner des Zöllnerswegs – vor einem Treffpunkt, der Menschen aus den alten Siedlungen und den Neubaugebieten offen stehen soll. Eine Idee des Studentenwettbewerbs. Der Treff soll wegen der Sorge vor Lärm mittiger ins Neubaugebiet Finkenweg-Nord verlegt werden.