Geesthacht.

Rewe schließt für neun Monate

Neubau an der Hansastraße soll realisiert werden – Oberstadt fehlt für den Zeitraum ein Verbrauchermarkt

Geesthacht.  Der Rewe-Markt an der Hansastraße soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. „Es ist einer der ältesten, wenn nicht der älteste Supermarkt in Deutschland“, berichtete Lena Kalischko vom beauftragten Fachbüro, das den erforderlichen vorhabenbezogenen Bebauungsplan (B-Plan) entwickeln soll, im Planungsausschuss am Dienstagabend.

Vor eineinhalb Jahren war Rewe erstmals mit der Idee eines Neubaus in die Gremien gegangen, nun werden die Pläne konkreter. 1200 Quadratmeter ist die Verkaufsfläche dort groß. Eigentlich sind nach aktuellem Baurecht in einem allgemeinen Wohngebiet, in dem der Verkaufsmarkt steht, nur 800 Quadratmeter zulässig. Die zu große Fläche stammt noch aus der Zeit, als der damalige „miniMal“ in den 80er-Jahren erweitert wurde. Bei der Neubauplanung möchte Rewe bei 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche bleiben.

Die Kunden – darunter viele aus der Oberstadt, die den Markt fußläufig erreichen – werden voraussichtlich neun Monate auf eine nahegelegene Einkaufsmöglichkeit verzichten müssen. Gab es früher noch Spar und Aldi am Hanseatenweg und am Barmbeker Ring, ist Rewe heute die einzige Einkaufsgelegenheit in dem Quartier. Laut Planungen sind zwei Monate für den Abriss vorgesehen und sieben Monate für den Neubau. Eine Übergangslösung, wie beim Aldi Am Schleusenkanal, die den Markt in einem provisorischen Zelt untergebracht haben, ist aus Platzgründen an der Hansastraße nicht möglich.

Der Entwurf des B-Plans, dessen Entwurfs- und Aufstellungsbeschluss der Fachausschuss einstimmig zustimmte, sieht vor, den Neubau im rückwärtigen Bereich des 7000 Quadratmeter großen Grundstücks anzulegen. Nach vorne hin sollen die künftigen Parkplätze entstehen. Allerdings sind nur noch 60 statt 70 Parkplätze vorgesehen. Der Plan zeigt zudem 15 neue Bäume.

Der Neubau soll nach dem Rewe-Konzept eines „Green Building“ entstehen. Damit wird er ein Vorbild in Sachen Energietechnik und Einkaufskomfort. Fotovoltaik-Anlagen, verbesserte Tageslichtnutzung und modernste Kältetechnik reduzieren den Energiebedarf um mehr als 40 Prozent. Mehr als 80 dieser zukunftsweisenden Märkte hat Rewe bereits eröffnet. Wann es in Geesthacht genau losgeht, ist noch offen.

Die Rewe-Group betreibt in Deutschland 3300 Märkte. 2016 hatte das Unternehmen – mit 55 Prozent an der Supermärkte Nord Vertriebs GmbH Co. KG beteiligt – 163 Sky-Märkte übernommen, auch der Geesthachter Markt zählt dazu. Spätestens Ende des Jahres sollen alle Sky-Märkte zu Rewe umgeflaggt werden. Wann an der Geesthachter Filiale die neuen Lettern angebracht werden, ist weiter unklar.