Geesthacht

Freude über Sonnenplatz – Aussichtsturm droht jedoch Abriss

Bänke am Strandweg aufgestellt – Touristische Infrastruktur teils sanierungsbedürftig

Geesthacht.  Bürgermeister Olaf Schulze „sonnt“ sich mit den Vertretern des Bürgervereins Grünhof-Tesperhude trotz bewölkten Himmels auf den neuen Liegen am Strandweg. Was es in Geesthacht am Menzer-Werft-Platz gibt, wollte der Bürgerverein für sein Elbufer auch haben. Zwei der geschwungenen Bänke fanden auf einer gepflasterten Fläche nahe dem Elbkantinchen Platz.

4500 Euro kostete das Projekt, das Auszubildende des Bauhofes mit ihren Ausbildern realisierten. „Wir machen das für alle Geesthachter und Touristen“, erklärte Schulze während eines Termins zur Vorstellung des Platzes, bei dem die Auszubildenden an ihrem Berufsschultag nicht teilnehmen konnten. „Es ist toll, dass hier etwas passiert“, freute sich Horst Baumbach vom Bürgerverein. Denn auch der Uferbewuchs wurde gestutzt, die Elbe so wieder etwas mehr ins Blickfeld gerückt.

An anderen Stellen wird die Verwaltung jedoch weniger schnell tätig. „Bei einer unserer regelmäßigen Sichtkontrollen wurde kürzlich an einem Rohr der Konstruktion Rost festgestellt. Da Rohre von innen nach außen rosten, muss erst genau überprüft werden, was da los ist.“ Diese Erklärung zur Sperrung des Aussichtsturms am Heidbergring gab Rathaussprecher Torben Heuer bereits im Juli 2016 ab. Ein Gutachten wurde daraufhin in Auftrag gegeben. Seitdem ist der Aussichtsturm gesperrt – erst durch ein Gitter vor dem Aufstieg, jetzt mit einem Bauzaun im Umkreis. Beides hält Besucher aber nicht davon ab, den Turm zu besteigen. „Das Gutachten ist auszuwerten und bei Bedarf zunächst dem zuständigen Ausschuss vorzulegen.“ Diesen Zwischenstand nannte Heuers Vertreter Michael Zühlke im April 2017.

Passiert ist das bislang nicht. Und so langsam scheint es, als ließe die Stadt ihre touristische Infrastruktur verrotten. Denn auch ein Grillplatz am Elbufer nahe dem Anleger der Wassersportgemeinschaft Grünhof-Tesperhude ist nun abgesperrt. Teile des Daches drohen einzustürzen.

Eine weitere Baustelle ist die Hafenbrücke: Angesichts der erforderlichen, etwa 250 000 Euro teuren Sanierung des beliebten Bauwerks brachte Heinrich Siewers (SPD) 2016 sogar dessen Abriss ins Spiel – der Kosten wegen. Die als eilig angesetzte Sanierung ist bis heute nicht terminiert, auch hier könnte eine Sperrung des Zugangs zur Brücke drohen.

Heuer kündigte auf Nachfrage an, dass die Problempunkte der touristischen Infrastruktur demnächst abgearbeitet werden sollen. „Im April oder Mai wird der Grillplatz instandgesetzt, sodass man dort rechtzeitig zur Grillsaison wieder verweilen kann“, sagte er. Und der Aussichtsturm? Dem droht vielleicht sogar der Abriss. „Das Thema werden wir in den Ausschuss geben. Es muss überlegt werden, wie wir damit verfahren wollen, ob wir den Turm instandsetzen oder eben nicht“, so Heuer. 36 Jahre alt ist der zwölf Meter hohe Turm, dessen Pendant auf dem Damm des Speichersees an der B 5 zurzeit auch nicht begehbar ist – so wie aus Sicherheitsgründen oft im Winter.