Krümmel

Atommüll: Vattenfall plant neues Zwischenlager

Rechts neben dem Kraftwerksgebäude steht bereits das Castorlager. Dahinter, bis in den Geesthang hinein, soll das neue Lager entstehen.

Rechts neben dem Kraftwerksgebäude steht bereits das Castorlager. Dahinter, bis in den Geesthang hinein, soll das neue Lager entstehen.

Foto: Timo Jann

Geesthacht. Die neue Halle soll schwach- und mittelradioaktive Abfälle aufnehmen. Baukosten liegen bei 30 Millionen Euro.

Geesthacht.  Der Energiekonzern Vattenfall hat den Bauantrag für ein weiteres Zwischenlager für radioaktiven Abfall aus dem Kernkraftwerk Krümmel auf dessen Gelände am Geesthachter Elbufer gestellt. Die neue Lagerstätte soll den Namen LasmAaZ (Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle am Zwischenlager) tragen. Gebaut werden soll es neben dem bestehenden Standortzwischenlager, in dem die Brennelemente in Castor-Behältern auf ihre Endlagerung warten. Dafür soll eine alte Halle abgerissen werden.

30 Millionen Euro Kosten

„In der Planung ist eine Abmessung für die Halle von 56 Metern Länge, 60 Metern Breite und 23 Metern Höhe“, erklärt Vattenfall-Sprecherin Sandra Kühberger. Technische Einbauten werden Zu- und Abluft regeln, außerdem muss ein Platz für Dekontaminationen betroffener Mitarbeiter vorgehalten werden. „Zweck der Halle ist es, schwach- und mittelradioaktiven Abfall bis zum Abtransport in den dafür als Endlager vorgesehenen Schacht Konrad einlagern zu können.“ Das ist nötig, um mit dem 2016 beantragten Rückbau des Siedewasserreaktors – einst der leistungsstärkste der Welt – starten zu können. Die Baukosten schätzt der Energiekonzern auf etwa 30 Millionen Euro.

Fertigstellung für 2020 geplant

Vattenfall hofft, im zweiten Quartal 2019 mit dem Bau beginnen zu können. Ende 2020 soll das LasmAaZ dann betriebsbereit sein. „Es muss zeitnah gebaut werden, damit die beim Rückbau des Kraftwerks anfallenden Materialien eingelagert werden können“, sagt Andreas Pagel, der Leiter der städtischen Bauaufsicht: „Das Verfahren wird sehr aufwendig.“ Neben der Baugenehmigung ist auch eine atomrechtliche Genehmigung der Aufsichtsbehörde in Kiel nötig. Wie lange der Betrieb nötig sein wird, ist unklar. „Das hängt von der Annahmebereitschaft von Schacht Konrad ab“, sagt Sandra Kühberger. Der wird nach derzeitigem Stand nicht vor 2022 in Betrieb gehen können.

Reaktorsicherheitsbehörde prüft

2015 hatte Vattenfall bei der schleswig-holsteinischen Reaktorsicherheitsbehörde den Antrag zum Umgang mit den radioaktiven Stoffen im zu errichtenden Lager für schwach- und mittelradioaktive Stoffe am Standort Krümmel gestellt. Bei dem LasmAaZ soll es sich nach den Vorstellungen des Unternehmens um ein Lagergebäude mit einem angebauten Funktionsgebäude handeln. Zu den Abfällen und Reststoffen aus dem Betrieb und dem Abbau am Standort Krümmel sollen auch die noch in den Stauräumen des Kernkraftwerks (Kavernen und Fasslager) sowie in externen Einrichtungen gelagerten Abfälle und Reststoffe untergestellt werden. Vattenfall hatte sich mit dem Antrag davon verabschiedet, diese Abfälle in einem abgetrennten Bereich innerhalb des Kernbrennstofflagers aufzubewahren. Auch die Option einer Lagerung an einem anderen Ort als dem Kernkraftwerksgelände wurde damit fallengelassen.

Die Reaktorsicherheitsbehörde wird im Laufe des Verfahrens prüfen und bewerten, ob das geplante Lager dem Stand von Wissenschaft und Technik entspricht.