Dialog Krümmel

Kernkraftwerk: Rückbau könnte in zwei Jahren starten

Geesthacht.  Wie viele Brennelemente lagern noch im Kernkraftwerk? Warum wird das Pumpspeicherbecken nicht mehr genutzt und wird es eine Deponie? Diese und andere Fragen rund um das Thema Rückbau beschäftigen die Geesthachter. Rund 50 Bürger waren am Donnerstagabend in den Oberstadttreff gekommen, um dem Energiekonzern Vattenfall, Betreiber des Kernkraftwerkes und des Pumpspeicherbeckens, sowie der Kieler Atomaufsicht auf den Zahn zu fühlen.

Seit zwei Jahren gibt es das Dialog Forum Krümmel. Vier Mal im Jahr informiert Vattenfall über den geplanten Rückbau des Kernkraftwerkes.

So erklärte Werksleiter Torsten Fricke den Zuhörern, dass im Standortzwischenlager aktuell 37 Castorbehälter lagern würden. Vier Stück würden dieses Jahr noch beladen werden. Der letzte Castor soll 2019 beladen werden – und zwar mit Sonderbrennstäben. „Die sind entweder defekt oder die Genehmigungsanforderungen genügen nicht und deshalb zählen sie zu den Sonderbrennstäben“, sagte Fricke. 154 Stück fallen darunter.

Im August 2015 hatte Vattenfall den Stilllegungsantrag gestellt. „Wir erwarten 2019 die Genehmigung“, so Fricke. Gerhard Boll (Grüne) wollte daraufhin von der Atomaufsicht wissen, ob das Datum realistisch sei. „Ich kann keine konkreten Zusagen machen. Es gibt vieles zu prüfen und die Sicherheit geht vor. 2019 ist aber das Ziel“, sagte Niels Ortlepp von der Kieler Behörde.

Neben dem Kernkraftwerk beschäftigt die Geesthachter auch das Pumpspeicherbecken, in dem sich belastete Sedimente angesammelt haben (wir berichteten). So gibt es die Idee eine Deponie daraus zu machen. Das Publikum wollte da natürlich wissen, welche Stoffe dort gelagert werden sollen. Christian Seyfert, Pressesprecher bei Vattenfall, konnte beruhigen. „Dort könnten deponiepflichtige Stoffe vom Rückbau, wie Asbest gelagert werden“, erklärte er.

Bettina Boll (Grüne) wollte von den Anwesenden wissen, ob Vattenfall nicht ihr Anti-Atom-Archiv finanziell unterstützen möchte. Seyfert: „Ich kann nichts versprechen.“