Wirtschaft

Ziel ist Shoppingmeile aus einem Guss

Bunt bepflanzt und doch das tote Ende der Geesthachter Fußgängerzone? In den nördlichen Teil der Bergedorfer Straße verirren sich offenbar seltener Besucher – den Istzustand will die WVG mit einer Datenerhebung prüfen lassen.

Bunt bepflanzt und doch das tote Ende der Geesthachter Fußgängerzone? In den nördlichen Teil der Bergedorfer Straße verirren sich offenbar seltener Besucher – den Istzustand will die WVG mit einer Datenerhebung prüfen lassen.

Foto: Gerrit Pfennig / BGZ

Geestachter. Die WVG will die Entwicklung auch nach dem Umbau vorantreiben. Bringt die Kooperation mit den Grundeigentümern die Lösung?

Geesthacht.  Der Gehweg ist akkurat gepflastert, auf den Hochbeeten blühen Blumen und die Kunden schlendern durch die Sonne: Die Zeiten, als Geesthachts Fußgängerzone eine Baustelle war, sind vorbei. Doch ist damit alles erledigt, um die Straße nachhaltig zum Anziehungspunkt werden zu lassen? Jürgen Wirobski, Vorsitzender der Wirtschaftlichen Vereinigung Geesthacht (WVG), meint: nein. „Als Nächstes brauchen wir dringend einen Masterplan für die ganze Straße.“

Betriebe suchen Nachfolger

Aktuelles Beispiel ist das nördliche Ende an der Ecke zwischen Berliner und Bergedorfer Straße. In direkter Nachbarschaft suchen hier aktuell drei Gewerbetreibende Nachfolger. So ist ein Restaurant für eine Nettokaltmiete von 2900 Euro und eine Kneipe für 1700 Euro monatlich zu haben. Zudem ist der Haushaltswarenladen „Aladin“ zu haben. Betreiber Mahmud Yilmaz möchte ihn komplett mit Lagerbestand wie Uhren, Smartphone-Zubehör und Küchenutensilien an einen Nachfolger veräußern. Am fehlenden Umsatz liege das nicht, es handele sich lediglich um einen „Versuchsballon“, so Yilmaz.

Kundenströme sollen überprüft werden

Doch könnten die Angebote auch am mangelnden Kundenzuspruch liegen? Ausschließen möchte Jürgen Wirobski das nicht – gefühlt sei das Nord-Ende der Straße deutlich weniger frequentiert als der südliche Teil. Mit klaren Zahlen belegt sei das jedoch nicht und deshalb wünsche er sich eine Erhebung. So greife man in anderen Städten schon auf Handydaten zurück, um festzustellen, zu welcher Uhrzeit sich die Kunden vornehmlich an welcher Stellen aufhalten. „Anschließend müssen wir uns die Frage stellen, wie wir das Publikum besser lenken, etwa durch eine gezielte Zusammenstellung der Branchen“, erläutert Wirobski.

WVG wünscht sich PACT mit Eigentümern

Eine Datenerhebung in der City könne die Grundlage für eine Partnerschaft zur Attraktivierung von City-, Dienstleistungs- und Tourismusbereichen (PACT) sein. In Schleswig-Holstein gibt es solche Initiativen etwa in Elmshorn und Norderstedt. Gewerbetreibende und Grundeigentümer arbeiten zusammen, um Kaufkraftverluste zu stoppen. „Geesthacht und seine Bürger haben uns eine tolle Fußgängerzone hingestellt und einen großzügigen Nachlass gewährt. Wir dürfen jetzt aber nicht stehenbleiben“, betont Wirobski. Um die Innenstadt langfristig erfolgreich zu halten, „brauchen wir einen Kümmerer“. Ziel müsse eine PACT-Initiative sein, über die Eigentümer und Betriebe einen Marketingexperten finanzieren. Hierfür sei aber noch Überzeugungsarbeit zu leisten – schließlich gebe es mehr als 200 Grundeigentümer an der Bergedorfer Straße und aktuell verschicke die Stadt die Umlage-Rechnungen für die Fußgängerzone. Wirobski: „PACT wird dennoch das wichtigste Thema für die nächsten drei Jahre sein.“