Geesthacht

Akku-Fabrik produziert wieder

Innovation Betrieb an der Mercatorstraße neu organisiert – Auftragsbücher voll

Geesthacht.  Die Vision war kühn, der Absturz umso heftiger: 400 Arbeitsplätze sollten in einer modernen Akku-Fabrik an der Mercatorstraße entstehen. Diese Pläne wurden 2011 von dem Unternehmer Detlef Repenning präsentiert. Umgehend wurde mit Unterstützung des bayrischen Geldgebers Ludwig Schletter die Produktionshalle aus dem Boden gestampft. Doch schon 2015 war das Aus des Millionenprojekts besiegelt. Schletter war das Geld ausgegangen und die Batterien aus Geesthacht am Markt nicht wettbewerbsfähig.

Das hat sich jetzt geändert. „Wir haben drei Monate lang die Probleme der Akkus ausgemerzt und produzieren sie jetzt erfolgreich in Serie“, berichtet Georg Bauer. Er ist Produktionsleiter in der von der Firma SSL Energie GmbH aus Kelheim übernommenen Akku-Fabrik. Bauer: „Wir haben die Anlage im November übernommen und arbeiten jetzt mit sieben Mitarbeitern hier.“ Und die beste Nachricht: „Die Auftragsbücher sind voll“, so Bauer. Für 400 Arbeitsplätze wird es dennoch nicht reichen. „Ich weiß ja nicht, woher man früher diese Zahl hatte, denn die Produktionsstraße ist ja nur auf zwölf Mitarbeiter ausgelegt“, berichtet Bauer. Er schätzt, dass bald neun Mitarbeiter in Geesthacht Batterien herstellen werden.

„Wir haben die Produktion auf das Wesentliche konzentriert, nämlich auf die Herstellung von Zellen. Alles andere, was man hier versucht hatte, hat ja nicht funktioniert“, erklärt Bauer. So werden weder eigene Speicherschränke für den Heimbedarf, von denen Repenning sich viel versprochen hatte, noch Akkus für den Part Mobilität hergestellt. Bauer: „Wir liefern an Kunden, die aus unseren Zellen dann ihre Produkte aufbauen. Und das läuft gut so.“ Vor allem als Pufferspeicher werden die gebündelten Zellen „made in Geesthacht“ genutzt. Das hilft Unternehmen, ihre Spitzenstrommengen zu reduzieren, was den Strombezug dann günstiger macht.

Bauer geht davon aus, dass – sollten in diesem Jahr zwei erwartete Großaufträge unterzeichnet werden – eine zweite Produktionsstraße erforderlich wird. Die würde die SSL Energie GmbH dann aber eher am Standort Kelheim bauen. Langfristig wäre es wahrscheinlich, dass die Produktion von der Mercatorstraße ebenfalls nach Bayern verlagert wird. Damit hätten die Stadtwerke, die die Immobilie Schletter abgekauft hatten, die räumlichen Kapazitäten, ein zentrales neues Wasserwerk zu errichten. Bisher ist die Akku-Fabrik Untermieter der Stadtwerke.