Kultfigur

Neustart in der Hauptstadt: Diddl zieht nach Berlin

Die neue Diddl-Maus kommt aus Berlin.

Die neue Diddl-Maus kommt aus Berlin.

Geesthacht. Das Unternehmen Kiddinx erwirbt die Rechte an Diddl - und will ein Comeback versuchen. Neue Postkarten gibt es schon.

Geesthacht/Berlin.  Sie war in jedem Bett zu finden, eine Geburtstagskarte ohne sie war undenkbar – und ganze Schulpausen gingen mit dem Tauschen von Notizblättern drauf, die das Konterfei der frechen Maus trug: Die Diddl-Maus war Kult in den späten 1990er-Jahren. Nachdem es in letzter Zeit ruhig um die Maus made in Geesthacht wurde, soll die Comicfigur ab kommender Woche ein fulminantes Comeback feiern.

Nachdem der Geesthachter Vertrieb Depesche vergangenes Jahr die Rechte an den Zeichner Thomas Goletz zurückgegeben hatte, hat jetzt die Berliner Firma Kiddinx Media die Lizenzrechte an der Diddl-Maus erworben – und will neu durchstarten: „Diddl wird dazu neu gestylt“, verrät Thomas Puchert von Kiddinx.

Vor 25 Jahren erschuf Grafiker Thomas Goletz Diddl, damals noch ein Känguru. Kurze Zeit später setzte die Maus mit den überdimensionalen Füßen und Ohren zu ihrem Siegeszug an. Über 1000 Produkte gab es von ihr. Aus den Kinderzimmern in ganz Deutschland war sie eine Zeit lang nicht mehr wegzudenken und wurde in 48 Länder exportiert – und auch in Geesthacht freute man sich, sorgte der Erfolg für hohe Gewerbesteuereinnahmen. Doch irgendwann ließ das Interesse nach. Diddl verschwand aus den Kinderzimmern – und 2014 auch aus den Geschäften.

30 000 Facebook-Likes innerhalb weniger Tage

Nun will Kiddinx der bekannten Maus neues Leben einhauchen. Dabei kann das Unternehmen auf viel Erfahrung mit alternden Kinderhelden zurückgreifen: Unter anderem vertreibt die Berliner Firma auch Produkte von Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg. „Der Hype um Diddl ist natürlich vorbei, aber die Maus lebt als Klassiker weiter“, meint Puchert. Bestätigt sieht sich der Sales Director Licensing durch die neue Facebook-Seite der Diddl-Maus. Innerhalb kürzester Zeit hat sie die Marke von 30 000 Gefällt-mir-Klicks geknackt. Auf der Facebook-Seite freuen sich viele Fans über die Neuauflage und schwelgen im sozialen Netzwerk bereits in Erinnerungen.

Kiddinx vergibt allerdings die Lizenzen für die Maus auch weiter: Als Erstes hat das Start-up-Unternehmen Mypostcard Rechte erworben. Seit vergangenen Freitag gibt es deshalb 25 neue Diddl-Postkarten in dem Online-Shop. Weitere Motive sollen folgen.

„Wir verhandeln mit verschiedenen Firmen, so soll es bald Bücher, Kalender und natürlich auch Plüschmäuse geben“, verrät Thomas Puchert. Auch Apps seien in Arbeit. „Ab Dezember werden wir die Hörspiele von Diddl digital anbieten.“ Diese sind dann unter anderem auch über die Plattform von iTunes erhältlich. Kiddinx plant für 2016 sogar, neue Abenteuer der Diddl-Maus als Hörspiel zu produzieren.

Nächste Woche wird Diddl auf der Messe vorgestellt

In genau einer Woche wird Kiddinx in München beim Licensing Market, der Messe für Lizenz-Produkte, vorstellen, was sie alles mit der Diddl-Maus planen. „Dort ist auch Disney vertreten“, sagt Puchert stolz. Ein Ziel hat sich Kiddinx gesteckt, und das ist aber ganz klar: „Diddl soll weiterleben.“ In Zukunft aber als Berliner Maus.

Depesche setzt inzwischen auf die Topmodels

Von 1990 bis Anfang 2015 vertrieb das Geesthachter Unternehmen Depesche die Diddl-Maus. „Es war eine schöne und lange Zeit, aber Zeiten ändern sich, und man muss neue Wege gehen“, sagt Pressesprecherin Susanne Schenkenberg. Das Hauptaugenmerk von Depesche liegt mittlerweile auf der Topmodels-Serie. „Die kommt sehr gut an“. Sie richtet sich an Mädchen von 7 bis 13 Jahren. Neu im Sortiment ist Miss Melody. In der Serie geht es um Freundinnen und ihre Pferde. Auch für Jungs gibt es etwas im Angebot, die Monster Cars. Mittlerweile gibt es von allen auch Tassen und Bettwäsche. Bisher reichen die neuen Serien aber noch nicht an die Erfolge der Maus heran.