Betonringe

Panne am Abwasserschacht - Anwohner verärgert

Geesthacht. Die Bauarbeiten am Schwarzen Kamp ziehen sich noch bis ins neue Jahr hin: Die beauftragte Baufirma hat falsches Material eingesetzt und muss jetzt wochenlang baggern, um den Schaden zu beheben.

Böse Panne bei den Bauarbeiten am Schwarzen Kamp: Eigentlich sollten die Arbeiten schon in den kommenden Wochen beendet werden, jetzt ziehen sie sich bis ins nächste Jahr hin. Hintergrund: Die von der Stadt beauftragte Baufirma hat für Schmutz- und Regenwasser falsche Schächte eingebaut und den Boden im Bereich der neuen Kanalisation nicht ausreichend verdichtet. „Das ist ärgerlich, aber man kann es jetzt noch beheben“, sagt Frank Meyer, der Leiter des städtischen Abwasserbetriebs.

Bereits seit Juli baut die Firma Westa aus Hagenow am Schwarzen Kamp im Auftrag der Stadt. Doch erst jetzt wurde festgestellt, dass die auf den Grundstücken der Anlieger vorgeschriebenen Schächte zur Übergabe von Schmutz- und Regenwasser in den öffentlichen Bereich nicht den Anforderungen entsprechen. Folge: Die Tiefbaufirma muss die Schächte auf eigene Kosten gegen das geforderte Material austauschen. Für die Anlieger bedeutet das neue Baggerarbeiten in den Gärten und Einfahrten.

„Die strengen Auflagen zum Schutz der Linden und unsere Grundstücksentwässerungs-Anlagen sind bei den wöchentlichen Baubesprechungen und Begehungen von den Mitarbeitern der Stadt immer mit großem Personalaufkommen genauestens geprüft worden. Ich verstehe nicht, warum man das Problem da nicht vorher erkannt hat“, sagt Anwohnerin Nina Dopp. „Das ist für mich nicht nachvollziehbar“, sagt sie. Nun wird auf ihrem Grundstück erneut gebaggert, und die Straße gleicht noch immer einer Sandpiste, obwohl der Wintereinbruch nach Einschätzung der Meteorologen direkt bevorsteht.

Jens-Peter Schulz vom Abwasserbetrieb, der an den Baubesprechungen teilgenommen hat, kann die Verärgerung der Anwohner verstehen, er verweist aber darauf, dass die Übergabeschächte private Aufträge der Anlieger an die Baufirma seien. „Unser Hauptaugenmerk lag natürlich im öffentlichen Bereich“, erklärt Schulz. „Wir haben nur zufällig gemerkt, dass da reihenweise falsche Schächte eingebaut wurden“, sagt er.

Gefordert war nach der Ausschreibung für den Bauauftrag ein Schacht der DIN4034-1. Schulz: „Das Problem war, dass die Schächte nicht beschriftet waren, man also auf den ersten Blick nicht sehen konnte, dass es sch nicht um das geforderte Material handelt.“ Denn die eingebauten Schächte sind nur für Brunnen- und Sickeranlagen zulässig, so Schulz.

Nach der Feststellung, dass ungeeignete Schächte eingebaut wurden, kam es zu einem Streit zwischen dem Abwasserbetrieb und der Firma Westa. Bodo Stenzel, der Geschäftsführer der Firma, spricht von „leichten Irritationen“ und einer „noch nicht endgültigen Entscheidung“, wie der vom Abwasserbetrieb geforderte Austausch umgesetzt wird. „Für uns gibt es da keine Diskussionen mehr“, macht Frank Meyer deutlich. Fakt ist: Die Schächte für das Schmutzwasser müssen definitiv ausgetauscht werden, für den Regenwasserschacht stellt es der Abwasserbetrieb den Anliegern frei, von Westa einen Austausch zur vertragsgemäßen Erfüllung der Bauleistung zu fordern. „Im Rahmen der Mängelbeseitigung fallen durch die Arbeiten für die Anlieger keine Kosten an“, versichert Schulz.

„Das ist zwar ein Trost, aber natürlich bedeuten die Bauarbeiten neue Unannehmlichkeiten“, sagt Nina Dopp.