Erster Abschnitt

Geesthachts Hafencity: Ehrgeiziges Bauprojekt startet 2013

Geesthacht. Es ist quasi die Krönung des Städtebauprojekts „Geesthacht an die Elbe": Im Frühjahr rollen am Elbufer die Bagger, die ersten Häuser in der Hafencity entstehen. Bebaut wird ein 1,6 Hektar großes Areal im Osten des Planungsgebiets, auf dem früher die Firma Bankel Ofenkeramik ihren Sitz hatte.

Mit einem der größten und ehrgeizigsten Wohnungsbauprojekte in Geesthacht soll 2013 begonnen werden. Wohl im April, spätestens aber im Mai 2013 rollen die Bagger, um mit den Bauarbeiten im ersten Bauabschnitt für Geesthachts Hafencity zu beginnen. Geplant sind zunächst 35 Wohnungen in Elbvillen, vier Stadthäuser mit 46 Einheiten für betreutes Wohnen und bis zu acht Gewerbeeinheiten sowie eine Tiefgarage für die Autos der Bewohner.

Die Bauzeit soll 18 Monate betragen, so dass Ende 2014 die ersten Bewohner in das Gebiet am Hafen ziehen können. In den nächsten 15 Jahren könnten dann bis zu 1000 Menschen am nördlichen Hafenrand leben. Vorausgesetzt, die Stadt verfolgt die Pläne eines Architektenwettbewerbs für die Hafencity als neues Quartier konsequenter weiter als zuletzt.

Den ersten Bauabschnitt realisiert die Hafencity Geesthacht GmbH. Hinter der Gesellschaft verbergen sich die Investoren Jens Nowakowitsch und Knut Boockhoff. „Am 15. Dezember laden wir, wie es sich für ein Projekt am Wasser gehört, an Bord des Salonschiffes Aurora zum offiziellen Vertriebsstart ein. Dann haben wir die Pläne fertig und wissen, was die Wohnungen konkret kosten werden“, sagt Boockhoff. Von 15 bis 17 Uhr können sich Interessierte an Bord des Salonschiffes über das Projekt informieren.

Der erste Bauabschnitt der Hafencity wird auf dem planierten Areal der ehemaligen Ofenkeramikfabrik „Bankel“ an der Steinstraße realisiert. Im Anschluss daran, bis zur Wärderstraße – so sieht es der Masterplan der Stadtentwicklung vor – sollen in den kommenden Jahren weitere Industrieflächen für Wohnzwecke umgewidmet und bebaut werden.

„Ich gehe davon aus, dass unser Angebot viel geringer als der Bedarf sein wird. Es ist also wichtig, dass sich die Bebauung im Anschluss an unser Projekt fortsetzt“, sagt Nowakowitsch. Auf dem Grundstück des direkten Nachbarn wären drei Mehrfamilienhäuser möglich. Die Wasserkante – der heutige Umschlagplatz im Hafen – ist ebenso wie weitere angrenzende Flächen (ehemals RES Oesterreich) im Besitz der Stadt. Peter Grabau (Fenster & Türen) hat seine grundsätzliche Bereitschaft erklärt, seinen Betrieb an der Stelle aufzugeben und das Grundstück für eine Bebauung zur Verfügung zu stellen. Damit und mit weiteren Flächen, die früher RES Oesterreich gehörten, sowie dem ehemaligen Bauhof, könnte dann der Abschnitt bis zur Baustraße durchgehend bebaut werden.

Die Projektentwickler Knut Boockhoff und Jens Nowakowitsch bieten als „Hafencity Geesthacht GmbH“ im ersten Bauabschnitt vier Stadthäuser für betreutes Wohnen an der Steinstraße Kapitalanlegern als komplette Immobilie an. Dazu kommen 35 Wohnungen in fünf Gebäuden auf dem restlichen Grundstück entlang der Promenade an der Hafenkante, die direkt verkauft werden sollen. Gleiches gilt für die Gewerbeflächen, die sich an der neun Meter breiten Promenade befinden, die öffentlich zugänglich ist und Platz für ein Café oder ein Restaurant sowie weitere Gewerbetreibende bietet. „Wie die Wohnungen auch, werden wir diese Flächen im erweiterten Rohbauzustand anbieten. Das heißt, die Käufer können sich den Ausbau ihres Eigentums individuell gestalten“, sagt Boockhoff. Die Wohnungen haben auf der Rückseite den Zugang auf Erdgeschossniveau, allerdings überragt das Erdgeschoss die Promenade teilweise. Darüber befinden sich das erste Stockwerk und ein Dachgeschoss.

„Die Wohnungen sind alle gleichartig, so dass es je nach Wunsch einen Gartenanteil mit Terrasse im Erdgeschoss, einen schönen Ausblick im ersten Stock oder ein Penthouse mit richtiger Dachterrasse ganz oben gibt“, berichtet Nowakowitsch. Grundsätzlich sind je Etage zwei Wohnungen geplant, allerdings könnten Käufer sich auch eine komplette Fläche kaufen und sich darin eine große Wohnung einrichten. Die böte dann 190 Quadratmeter – im Dachgeschoss zuzüglich 160 Quadratmeter Dachterrasse. „Wir haben für die 35 Wohnungen bereits 20 Vormerkungen, aber es ist noch nichts vergeben“, sagt Nowakowitsch. Das gilt auch für die Gewerbeeinheiten mit Größen zwischen 75 und 200 Quadratmetern.

Nach dem offiziellen Baustart muss zunächst das Gelände abgeschoben werden, weil es deutlich zu hoch aufgeschüttet ist. Dann wird eine Spundwand gerammt, die die Promenade stützt und den Hochwasserschutz gewährleistet. Anschließend müssen 440 jeweils 13 Meter in den Boden ragende Bohrpfähle betoniert werden, um das gesamte Vorhaben zu tragen. „Etwa drei Monate nach Baustart kann der Hochbau beginnen“, sagt Boockhoff.

Der erste Bauabschnitt der Hafencity Geesthacht GmbH wird mit Fernwärme und Glasfasertechnologie der Stadtwerke Geesthacht erschlossen. „Eine moderne Architektur und ein entsprechend fehlendes Angebot in Geesthacht stimmen uns für die Entwicklung positiv“, ist Nowakowitsch von einem Erfolg des Projekts überzeugt.