Sanierung

Elbstraße: Arbeiten gehen gut voran

Foto: Timo Jann / Jann

Geesthacht. Viele Jahre haben Politiker, Verwaltung und Anwohner über das Sanierungsprojekt „Rund um St. Salvatoris" gestritten. Noch heute hängen Protestplakate entlang der Elbstraße. Doch im Mai dieses Jahres betrachtete das Kieler Innenministerium alle Bedenken als ausgeräumt. Mittlerweile laufen die Bauarbeiten auf Hochtouren.

„Wir liegen dank des schönen Wetters gut im Rennen und sind aktuell sogar einen Tick vor dem Zeitplan", erklärt Hans-Heinrich Holst von „geestra-bau", diese ist mit den Arbeiten betraut worden. Selbst Kritiker der Maßnahme äußern sich positiv über erste Ergebnisse: „Was die hier bauen, sieht handwerklich alles ordentlich aus“, lobt Anwohner Bernd Inter die Tiefbauer. Gemeinsam mit anderen Anwohnern, hatte er versucht, die umfangreiche Sanierung des historischen Gebietes zu verhindern.

Mittlerweile ist von Süden her schon zu erkennen, wie sich die Elbstraße künftig präsentieren wird. Wer vom Hafen in die Elbstraße einbiegt, wird durch die neue Verkehrsführung und einen deutlich reduzierten Querschnitt der Straße eher in die Hafenstraße geleitet, als durch die Elbstraße zu fahren. Die Fahrbahnbreite der Elbstraße wurde zugunsten eines Gehwegs auf der Kirchenseite verengt. Für diesen neuen Gehweg ist allerdings ein Eingriff in den Sandwall vor der Kirchenmauer nötig, die deshalb abgetragen werden muss. Sie soll nach strengen Vorgaben durch die Denkmalpflegebehörde später neu aufgebaut werden. Wie genau, das soll in den kommenden Wochen bei einem Ortstermin geklärt werden. Denn es gilt, eine mächtige Kastanie auf dem Kirchhof zu bewahren. Zurzeit ist der Baum mit zwei Stahlseilen gesichert, weil die Stützung durch die Kirchenmauer fehlt.

Die Tiefbauer von „geestra-bau“ haben bereits von der Hafenstraße her ein Stück der neuen Fahrbahn der Elbstraße angelegt. Bordsteine wurden gesetzt, Rinnläufe angelegt und das historische Pflaster neu verlegt. Zu einem Beet an der Ostseite der Straße wurden zunächst provisorisch Granitstelen eingebuddelt. Hintergrund: Das Beet ist höher als der Bordstein. Und um zwei kleine Bäume, die dort wachsen, zu erhalten, muss der Boden irgendwie abgefangen werden. Optisch ist diese Lösung allerdings kein Gewinn. „In Geesthacht geht Baumerhalt vor Neuanpflanzung“, sagt Bauamtsleiter Peter Junge. Auf dem Kirchplatz wird gerade der Gehweg mit kleinen Steinen neu gepflastert, der künftig vom Kirchturm zu einer neuen Treppe führen soll, die an die Elbstraße grenzt. Im Pastoratsgarten wird noch ein Labyrinth angelegt.

Drei Kolonnen von „geestra-bau“ sind auf der Baustelle momentan im Einsatz. Der Zeitplan sieht vor, dass sie die Bauarbeiten bis zum Frühjahr 2013 abgeschlossen haben. Anwohner Werner Büttner hatte sich genau wie Bernd Inter gegen die Maßnahme gewehrt. Auch wenn das Resultat der Bauarbeiten auf positive Resonanz stößt, meint Büttner: „Schade finde ich, dass durch diese Planung die Großzügigkeit der Elbstraße verloren geht. Schließlich war diese Straßenführung historisch.“