Klassifizierung

Elbe doch wieder als wichtig eingestuft

Foto: Timo Jann / Jann

Geesthacht/Lauenburg. Die Elbe bei Geesthacht und Lauenburg wird nun doch als wichtige Wasserstraße eingestuft. Reformpläne des Bundesverkehrsministeriums sahen eigentlich eine Herabstufung vor. Von der Klassifizierung hängt der künftige Ausbau und Unterhalt der Wasserstraßen ab.

Die Elbe bei Geesthacht und Lauenburg soll künftig doch als Wasserstraße des wichtigen Kernnetzes eingestuft werden. Das geht aus dem Entwurf für die Umstrukturierung des Wasserstraßennetzes und der Wasser-Schifffahrtsverwaltung (WSV) hervor, der Mittwoch im Haushaltsausschuss des Bundestags beraten werden soll. Zuvor war Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) heftig kritisiert worden, sahen seine Reformpläne doch vor, die Elbe als bedeutungslos zu klassifizieren. Tausende Arbeitsplätze wären in Gefahr, weil der Hamburger Hafen den Ausbau und Unterhalt seiner wichtigen Hinterlandanbindung an das deutsche Kanalnetz verloren hätte.

„Diese neue Klassifizierung ist super für die ganze Region an der Elbe“, sagte gestern der Lauenburger CDU-Bundestagsabgeordnete Norbert Brackmann, der sich für die Änderung stark gemacht hatte.

Gute Nachrichten gibt es im Zuge der aktualisierten Reformpläne auch für die insgesamt 400 Beschäftigten des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) in Lauenburg und den Außenbezirken: Das WSA am Dornhorster Weg soll nun entgegen früherer Überlegungen doch bestehen bleiben. „Der mittlerweile veraltete vierte Bericht des Ministeriums zur Reform sah für die Situation in Lauenburg sehr kritisch aus, jetzt gibt es einen fünften Bericht, der schon besser ist“, sagte Brackmann.

Allerdings: Das WSA Lauenburg soll seine Eigenständigkeit verlieren und ebenso wie das WSA Dresden eine Außenstelle des WSA Magdeburg werden. Der Personalrat des WSA in Lauenburg hat in dem Zuge schlimme Befürchtungen. „Ich gehe davon aus, dass unsere Dienststelle für die Zeit nach 2020 keinen Bestand mehr haben wird, weil unsere Aufgaben einfach zu bedeutungslos werden“, sagte der stellvertretende Vorsitzende Helmut Kiehn.

Doch in dem fünften Bericht des Verkehrsministeriums geht es nicht nur um die Organisation des Personals in den Behörden mit ihren vielen Dienststellen. Für die Region scheint die überdachte und verbesserte Klassifizierung der Elbe ein Meilenstein zu sein. Zunächst gilt diese verbesserte Einstufung nur für den Abschnitt vom Hamburger Hafen an Geesthacht vorbei bis in Höhe Lauenburg, wo Frachter in den Elbe-Seiten-Kanal abbiegen und sich das Hinterland erschließen können. Der weitere Verlauf der Elbe östlich von Lauenburg soll erst später klassifiziert werden.

Von der Einstufung hängt der künftige Ausbau und Unterhalt der Wasserstraßen ab. Die Elbe im sogenannten Kernnetz bedeutet, dass künftig Ausbaumaßnahmen eine hohe Priorität genießen. Auf den Zufahrten zu den deutschen Seehäfen werden derzeit jährlich mehr als 300 Millionen Gütertonnen zu und von den Häfen transportiert. Für das Jahr 2025 wird ein Anstieg auf 750 Millionen Tonnen prognostiziert.