Finanzen

Wälder sollen die Kreiskasse aufbessern

Foto: Timo Jann / Jann

Geesthacht. Der Gewinn der Kreisforsten soll künftig zu 100 Prozent in den Haushalt des Kreises fließen. Zuvor hatte der Eigenbetrieb die Hälfte seines Gewinns als Rücklage angespart und wieder in den Forst investiert. Viel Kapital wird der Kreis aus seinen Wäldern jedoch nicht schlagen können.

Der Kreis Herzogtum Lauenburg ist der größte kommunale Waldbesitzer Deutschlands. Unter der Regie des Eigenbetriebs Kreisforsten wird eine Fläche von 9800 Hektar Natur, darunter 8700 Hektar Wald, betreut. Ein Pfund, aus dem der Kreis künftig mehr Kapital schlagen will. So soll der Gewinn des Eigenbetriebs – für 2011 wurden 363.000 Euro festgestellt – ab 2012 komplett in den Kreishaushalt einfließen.

Dem Eigenbetrieb, der unter anderem die Förstereien in Hamwarde und Grünhof betreibt, bleibt damit eine Rücklage in Höhe von 700.000 Euro. „Wir brauchen so ein Polster für schlechte Jahre“, berichtet Franz-Sales Fröhlich, der Leiter des Eigenbetriebs.

Bisher sieht die Betriebssatzung vor, dass der Gewinn zur Hälfte in die Rücklage und in den Kreishaushalt einfließt. Zuletzt hatte der Forstbetrieb seinen Gewinn dafür genutzt, Waldflächen anzukaufen. Unter anderem nahe Büchen. Für eine Fläche von 515 Hektar zahlt der Eigenbetrieb 1,5 Millionen Euro an die Landesforsten. Durch den Zukauf können Flächen optimiert werden und langfristig steht eine größere Fläche für die Holzernte zur Verfügung. Dadurch sieht Fröhlich den Betrieb besser aufgestellt. „Es läuft alles nach Plan und wir sind im grünen Bereich, aber es gibt auch dunkle Wolken, weil die Frachtverteuerung für den Holztransport nach Asien für einen Preisrückgang sorgt und Massenprodukte wie Spanplatten unter Preisverfall leiden“, erklärt er.

Durch einen Kahlschlag in seinen Wäldern kann der Kreis seine desolate Finanzsituation nicht aufbessern. Pro Jahr darf aufgrund der ökologischen Waldbewirtschaftung nur eine begrenzte Menge Holz eingeschlagen werden. Die Holzernte ist langfristig angelegt, nur so viel, wie nachwachsen kann, darf auch gefällt werden. Pro Jahr sind das knapp 50.000 Festmeter Holz. Lediglich zum Start des Eigenbetriebs war die Fällmenge erhöht worden, um ein finanzielles Polster zu schaffen. Fröhlich: „Der Forstbetrieb war ja in den roten Zahlen.“ Die Bilanzsumme des Betriebs beträgt mehr als 57 Millionen Euro. „Wir müssen permanent neue Absatznischen suchen“, weiß Fröhlich.

Als größte Gefahr für die Lage im Wald gelten Wetter- und Klimaextreme, etwa Sturmbruch oder Trockenperioden. Darunter leidet einerseits das Holz, wenn es zu trocken ist, andererseits sorgt nach Orkanschäden ein Überangebot an Bruchholz für einen Preisverfall.