Artenschutz

Angler setzen Aale in der Elbe aus

Geesthacht. Der Verein der Sportangler hat 1700 Aale in der Elbe ausgesetzt. Die Fischart ist mittlerweile vom Aussterben bedroht. Zur Vorsorge werden Hamburgs Gewässer dieses Jahr mit insgesamt 131.000 jungen Aalen besetzt.

Jeder Angler weiß es aus eigener Erfahrung: Der Aal beißt immer seltener an – auch in Geesthacht. Bis zu 90 Prozent sind die Bestände in den letzten Jahrzehnten in Europa eingebrochen. Der Aal, der früher als „Brotfisch“ vieler Fischereibetriebe galt, gehört mittlerweile zu den vom Aussterben gefährdeten Arten. Die Geesthachter Sportanlager sorgten vor: Gestern setzten sie 1700 junge Aale in der Elbe aus.

„Sie heißen Glasaale, weil sie noch ganz durchsichtig sind“, erklärt Klaus Hommel, Vorsitzender des Vereins der Sportangler Geesthacht von 1929. 500 Euro kosteten die Fischchen, die er mit Gewässerwart Manfred Niermann in Hamburg abholte. Dort hatten Vereine und Verbände eine Sammelbestellung aufgegeben. Die Geesthachter beteiligen sich mit ihrer Aktion am „Aal Managementplan Elbe“, in dessen Rahmen Hamburgs Gewässer in diesem Jahr mit 131.000 jungen Aalen besetzt werden.

„Nur vom Angeln wird man nicht satt, auch die Hege und Pflege gehört dazu“, sagt Klaus Hommel. Drei bis vier Jahre dürfen die nur sechs Zentimeter langen Fische nun in Ruhe wachsen. Denn die Angler haben bereits das Mindestmaß für die Aal-Fangreife angehoben. „Früher mussten alle Aale, die kleiner waren als 35 Zentimeter, wieder ins Wasser geworfen werden. Jetzt gilt als Grenze ein Maß von 45 Zentimetern“, so Manfred Niermann.

Viele Glasaale werden im Atlantik abgefischt, bevor sie ihre Laichgründe erreichen – sie sind in China und Korea eine begehrte Delikatesse. Aber auch die zunehmende Verschmutzung der Meere und die Verlagerung des Golfstroms haben zur Aal-Knappheit beigetragen.

Die Sportangler wollen mit ihrer Maßnahme dazu beitragen, dass sich die Aal-Bestände erholen. Denn die Voraussetzungen bei Geesthacht sind gut. Die Aale finden in der Elbe genug Kleinfische, Würmer und Krebse. Die Wollhandkrabben stehen auf dem Speiseplan der Raubaale – besonders, wenn die großen Schalentiere sich häuten, sind sie ein gefundenes Fressen. Auch die Wasserqualität ist immer besser geworden. Hommel: „Wir haben jetzt viele Fisch in der Elbe, die 20 Jahre lang nicht da waren, zum Beispiel Lachs und Meerforelle.“