Prozess

Diebstahl, Raub, Gewalt: Duo vor Gericht

Geesthacht/Lübeck. Mit brutalen Raubüberfällen und zahlreichen Einbrüchen versetzten sie Menschen in der Region monatelang in Angst und Schrecken. Jetzt wird dem Räuber-Duo aus Geesthacht der Prozess gemacht: Am Mittwoch müssen sich die beiden Männer vor dem Lübecker Landgericht verantworten.

Von August 2010 bis Oktober 2011 haben sie nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft geraubt und gestohlen – und mit dem Erlös aus dem Diebesgut ihren Lebensunterhalt bestritten.

Schließlich ging das Duo der Polizei ins Netz. Gegen einen dritten Mann, der zunächst ebenfalls tatverdächtig war, wurde keine Anklage erhoben. Besonders brutal waren zwei Raubüberfälle auf den Rewe-Getränkemarkt an der Hansastraße und die Star-Tankstelle an der B209 in Hohnstorf, für die beide verantwortlich sein sollen. Wie die Polizei im November 2011 nach der Festnahme der 33 und 38 Jahre alten Männer mitgeteilt hatte, sind beide „erheblich vorbestraft“.

Zu den Raubüberfällen bei Rewe im August 2011 und auf die Tankstelle im September 2011 sollen die Männer mit einem Audi vom Typ A3 vorgefahren sein, den sie mitsamt dem Autoschlüssel bei einem Einbruch in Geesthacht entwendet haben sollen. Unter Verdacht standen die beiden schon längere Zeit. Nach Informationen unserer Zeitung hatte die Polizei auch im Umfeld der Männer ermittelt, aber keine Hinweise auf das Fluchtfahrzeug gefunden. Das stand vermutlich gut getarnt in einem Versteck. Bis Oktober 2011: Damals war der Fluchtwagen den mutmaßlichen Räubern wohl im wahrsten Sinne des Wortes zu heiß geworden, sie zündeten ihn nachts an der Biesdorfer Straße an. Die Flammen griffen auch auf einen geparkten Opel über, beide Autos brannten völlig aus.

Kurz nach dieser Brandstiftung gelang es der Polizei, Durchsuchungsbeschlüsse gegen die Verdächtigen zu erwirken. In ihren Wohnungen entdeckten die Beamten ein Lager, das etwa 100 Beutestücke aus verschiedenen Einbrüchen umfasste. „Die Angeklagten sollen unter anderem in Geesthacht und Gülzow in Einfamilien- und Reihenhäuser eingebrochen sein. Mal durch das Aufhebeln von Terrassentüren, mal durch Kellerfenster“, erklärt Oberstaatsanwalt Klaus-Dieter Schultz. Nach der erfolgreichen Durchsuchungsaktion beantragte die Staatsanwaltschaft Haftbefehle gegen die Männer, die seit fünf Monaten in Untersuchungshaft sitzen. Markante Gegenstände aus der Beute konnte die Polizei schnell Einbrüchen zuordnen. Andere Sachen wurden im Internet präsentiert, um darüber weitere Opfer von Einbrüchen ausfindig machen zu können.

Angeklagt sind die beiden Männer wegen besonders schweren Raubes in zwei Fällen und insgesamt 17 Einbrüchen. Bei dem Raub auf den Rewe-Getränkemarkt hatten die bewaffneten Täter einen Angestellten niedergeschlagen und verletzt. Aus der Kasse des Marktes nahmen sie einige Hundert Euro Bargeld mit und flüchteten mit dem dunklen Audi. Bei dem Raubüberfall auf die Hohnstorfer Tankstelle hatte einer der Räuber eineinhalb Stunden lang in dem Audi auf dem Parkplatz ausgeharrt, ehe er den wohl richtigen Moment für seine Tat gekommen sah und den Verkaufsraum betrat. Mithilfe seiner Pistole erpresste der Mann mehrere Hundert Euro.

Vor der VII. Großen Strafkammer des Lübecker Landgerichts (Saal 155) sind bis Juni acht Fortsetzungstermine angesetzt.