Ernte

Der Spargel mit Frische-Garantie

Foto: Timo Jann / Jann

Geesthacht. Stefan Schultz hält ihn schon in Händen – den ersten Spargel der Saison. Noch wächst das Edelgemüse auf seinem Feld bei Geesthacht sehr zaghaft. Zu Ostern, so hofft er, ist die Ernte besser, wird es das Kilo für zehn Euro geben.

Es ist ein noch sehr seltenes Gut, beinahe Luxus, was Stefan Schultz aus der Erde holt: Der erste Spargel der Saison. Erst am 11. April wird in Müssen die Spargel-Saison eingeläutet, doch Schultz erntet das Gemüse zwischen Geesthacht und Hamwarde bereits. „Noch ist es übersichtlich, es lohnt noch nicht, das Verkaufsschild rauszuhängen“, sagt der Landwirt aus Worth. Er schätzt, dass er frühestens Ostern ausreichend Gemüse bieten kann – vorausgesetzt, es wird nicht zu kalt.

Sein Geesthachter Berufskollege Peter Buhk hat die Suche nach dem ersten Spargel auf seinem Feld am Sommerpostweg abgebrochen. „Ich bin drei Reihen abgelaufen und habe nicht eine einzige Stange entdeckt“, berichtet Buhk. „Ich hoffe, dass es nicht so kalt wird, wie es angesagt ist“, sagt er. Ein Versprechen, wann es bei ihm im Hofladen in Besenhorst den ersten Spargel gibt, mag er nicht abgeben.

Der sandige Boden auf dem Feld bei Hamwarde bietet dem Spargel beste Bedingungen. Schultz hilft dem Gemüse im Wachstum nach – mit einer schwarzen Folie, die über die Erdwälle gespannt ist, und einem darüber aus Folie gebildeten Tunnel. „Man sagt, dass der Spargel bei einer Bodentemperatur ab zwölf Grad wächst“, sagt Schultz. Er hat an den Wurzeln zuletzt 14 Grad gemessen. Der erste Erntetag brachte 15 Kilo ein. „Das ist nicht viel“, so Schultz. Zwei Hektar des insgesamt 4,5 Hektar großen Spargelfeldes hat er mit Folie abgedeckt.

Am besten wächst der Spargel, der in den aufgepflügten Erdwällen an der Südseite sprießt. „Da ist die Abdeckung mit Erde nicht so dick und der Spargel hat es eher warm“, weiß Schultz. Was das edle Gemüse (Asparagus) aus der Gattung der Spargelgewächse weiter benötigt, sind Sonne und so milde Temperaturen wie am vergangenen Wochenende. Die ersten Stangen, schätzt Schultz, werden voraussichtlich pro Kilo gut zehn Euro kosten. Später in der Saison, wenn das Angebot größer ist, wird der Preis dann bei sechs Euro liegen.

Spargel ist als Gemüse und Heilpflanze seit Langem bekannt. Schon vor über 5000 Jahren wurden in China die Stangen des Spargels gegen Husten, Blasenprobleme und Geschwüre verordnet. Pro Jahr werden in Deutschland etwa 100.000 Tonnen geerntet. Meist anhand von kleinen Erdrissen erkennen die Erntehelfer, dass im Boden knapp unter der Oberfläche Spargel austreibt. Mit den Fingern wird der Boden vorsichtig aufgegraben, um den geeigneten Punkt zum Abtrennen am unteren Ende des Spargels zu finden. Nach dem „Stechen“ durch stoßartigen Schnitt mit einem speziellen Messer wird das Erdloch wieder zugedeckt und die Oberfläche geglättet – um weitere Erdaufbrüche neuer Stangen zu entdecken.

2011 begann die Spargel-Ernte erst Mitte April.