Kernkraft

Linke fordert schnellen Rückbau

Foto: Jann

Geesthacht. Die Diskussion um Atomfässer in Krümmel geht weiter – Vattenfall weist Kritik zurück. Die Linke kritisiert die Lagerungsbedingungen der Fässer und verlangt einen schnellen Rückbau des Komplexes.

1100 Fässer mit Atommüll lagern seit Jahren auf dem Gelände des Kernkraftwerks Krümmel. Ein Teil des schwach- bis mittelradioaktiven Mülls lagert in zwei Kavernen, acht Meter unter dem Reaktorgebäude. Wie der Zustand der atomaren Altlast ist, ist unklar – denn die Kavernen können wegen der hohen Strahlungsbelastung nicht betreten werden. Nur wenn automatisiert Fässer entnommen und in größere Behälter umgefüllt werden, kann der Zustand stichprobenartig überprüft werden. So ist es nicht ausgeschlossen, dass auch in Krümmel Atommüll in ähnlich maroden Fässern lagert, wie sie jüngst im Kernkraftwerk Brunsbüttel gefunden wurden.

In einer kurzfristig anberaumten Diskussion fordern die Mitglieder des Kieler Landtags am Freitag deshalb Klarheit über den strahlenden Abfall – und seinen Zustand. Die Landtagsfraktion der Linken kritisierte gestern die Lagerung der Fässer und betonte, dass ein einfaches Abschalten des Reaktors nicht ausreiche. „Zunächst sollte einmal bilanziert werden, welche radioaktiven Stoffe sich auf dem Kraftwerksgelände in Krümmel befinden und in welchem Zustand die Atommüllfässer und die Anlagen sind. Dann müsste unverzüglich mit dem Rückbau des Gesamtkomplexes begonnen werden. Dies darf nicht auf die ferne Zukunft verschoben werden“, sagte Volker Hutfils, Sprecher und Landtags-Direktkandidat der Linken im Kreis Herzogtum Lauenburg.

„Es fragt sich nur, wer den ordnungsgemäßen Rückbau kontrollieren soll, nachdem sowohl Betreiber als auch Aufsichtsbehörden ihr Unvermögen wiederholt bewiesen haben“, sagte Hutfils und forderte eine transparente Überwachungsmöglichkeit durch die Bevölkerung. Betreiber Vattenfall hat dagegen in einer Stellungnahme die Kritik an dem Umgang mit den Atomfässern zurückgewiesen. „Die Aufbewahrungsräume für die radioaktiven Abfälle sind sicher gegenüber der Umwelt abgeschirmt. Wir haben bereits ca. 750 Gebinde zur Endlagerung vorbereitet und an das in der Vergangenheit zeitweise aufnahmebereite Endlager für schwach- und mittelradioaktive Stoffe in Morsleben abgegeben“, so Stefan Müller, Direktor Media Relations beim Vattenfall-Konzern in Berlin, gegenüber unserer Zeitung.

„Bei diesen früheren Vorbereitungsarbeiten sind die Fässer überprüft worden. Keines davon war beschädigt.“ Jetzt seien noch rund 1100 Fässer in Krümmel eingelagert – „unter Einhaltung aller anzuwendenden Gesetze, Verordnungen und Betriebsvorschriften“, wie Müller betont. So sei über jede Abfalleinheit bei der Befüllung ein Protokoll erstellt worden, in dem unter anderem der Inhalt, die Strahlung, die enthaltene Radioaktivität, das Abfallgewicht und das Befülldatum dokumentiert seien.