Wohnungsbau

Freie Bahn für die Hafencity in Geesthacht

Geesthacht. Die Pläne für Geesthachts Hafencity nehmen jetzt sichtbar Gestalt an: Mit einem großen Bagger wird zurzeit die ehemalige Ofenkeramikfabrik Bankel an der Steinstraße abgerissen. In vier Wochen sollen die alten Gebäude abgerissen und das Areal am Hafenrand planiert sein.

Die Bauarbeiten für Geesthachts Hafencity haben begonnen: Wenn auf dem Gelände der Ofenkeramikfabrik Bankel die Abrissarbeiten beendet sind, soll zeitnah der Bau im ersten Abschnitt beginnen. Etwa 20 Millionen Euro investiert eine Geesthachter Bauherrengemeinschaft.

1,6 Hektar groß ist das Grundstück für den ersten Bauabschnitt ganz im Osten der künftigen Hafencity. Sieben dreigeschossige Elbvillen entlang der Uferkante und vier Häuser für betreutes Wohnen für Senioren entlang der Steinstraße sind geplant. Diskutiert wird zwischen den Bauherren und der Stadt zurzeit noch über die Art des Baus der Uferpromenade. „Das, was sich die Stadt wünscht, lässt sich finanziell überhaupt nicht darstellen. Ein Quadratmeter Uferpromenade würde fast doppelt so viel kosten wie ein Quadratmeter Penthouse-Wohnung“, sagt Knut Boockhoff von der Bauherrengemeinschaft. „Wir hoffen, uns zügig auf eine günstigere Lösung einigen zu können“, sagt er. Teuer ist es aufgrund des Wunsches der Stadt, die Konstruktion der Flutschutzmauer so herzustellen, dass sich die Teile in 80 oder 90 Jahren ohne Problem wechseln ließen.

2004 wurden die noch brauchbaren Teile der Bankel-Produktionsanlagen abgebaut und nach Rumänien verkauft. Die letzten Mieter sind längst ausgezogen, so dass die mehrfach umgebauten und erweiterten Hallen jetzt abgerissen werden können. Fein säuberlich sortieren der Baggerfahrer und zwei Helfer die unterschiedlichen Baustoffe. „Steine und Betonteile werden vor Ort durch einen mobilen Schredder geschickt, denn das Material ist wieder als neuer Rohstoff zu gebrauchen“, erklärt Jens Nowakowitsch von der Bauherrengemeinschaft.

Sobald das Gelände planiert und mit der Stadt eine Einigung zur Uferpromenade erzielt wurde, sollen die Gebäude realisiert werden. Der Entwurf stammt von Architekt Rüdiger Gayk. Für das seniorengerechte Wohnen sind insgesamt 46 Wohneinheiten geplant, in den Elbvillen noch einmal knapp 40 Wohneinheiten. Entlang der Promenade wird es auch mehrere Gewerbeflächen geben. Boockhoff „Definitiv wird dort ein Café mit Elbblick gebaut.“ Die öffentliche Promenade soll den Auftakt zu einem neuen Spazierweg direkt am Hafen bilden, den die Stadt auch in den geplanten weiteren Bauabschnitten der Hafencity bis zum Hafen des Wasser- und Schifffahrtsamtes ganz im Westen fortsetzen will.

Bis 2025 könnten insgesamt 500 Wohneinheiten am Hafen entstehen. Dafür hatte es 2010 einen Architektenwettbewerb gegeben. Auf Grundlage des Siegerentwurfs wird die Planung gerade vertieft. Mit den Flächen der früheren Recyclingfirma RES Oesterreich verfügt die Stadt bereits über ein großes Grundstück. Mehrere der Gewerbebetriebe, die heute noch entlang der Steinstraße ihren Sitz haben, signalisierten bereits ihre Zustimmung, das Städtebauprojekt durch einen Umzug zu unterstützen.

Auch für ein weiteres Neubauviertel in Geesthacht wurde jetzt der Weg freigemacht: Im Stadtteil Besenhorst an der B?404 sollen mehr als 130 Wohneinheiten entstehen. Der entsprechende Bebauungsplanentwurf wurde jetzt im Ausschuss beschlossen.