Geesthachter Schützengesellschaft

Mercedes räumt für Schützen die Halle

Foto: BGZ / Kai Gerullis / Kai Gerullis

Geesthacht. Die Geesthachter Schützengesellschaft (GSG) geht zurück zu ihren Wurzeln: Diesmal soll wieder in einem Saal gefeiert werden. Bei aller Freude aufs Schützenfest bereitet der GSG die teure Elbstraßensanierung Sorgen.

Jahrzehntelang hatten der König und sein Hofstaat zum Schützenfest in den Saal eingeladen – bis das Hotel Stadt Hamburg nicht mehr zur Verfügung stand. Danach schlug die GSG ihr Zelt auf dem Menzer-Werft-Platz oder zuletzt in der Innenstadt auf. „Zwar kehren wir nicht in einen Gasthof zurück. Aber wenn wir vom 1. bis 3. Juni wieder mit der gesamten Bevölkerung feiern wollen, haben wir einen neuen Saal – die Ausstellungshalle des Autohauses Brinkmann/Bleimann an der Steinstraße“, so der GSG-Vorsitzende Carsten Engelbrecht.

Drei Tage lang soll rund um das Mercedes-Autohaus und in der Innenstadt gefeiert werden. So ist am 1. Juni ein Platzkonzert in der Fußgängerzone mit dem Airbus-Orchester geplant, ab 20 Uhr steht der Festkommers mit Tanz im Autohaus auf dem Programm. Sonnabend ist Schießen für jedermann angesagt, am Sonntag erfolgt nach dem Königsfrühstück die Proklamation der neuen Majestät. „Alle Festivitäten sind öffentlich. Wir wollen nicht unter uns bleiben, sondern mit den Geesthachtern feiern“, sagt Engelbrecht. Deshalb ist beim Kommersabend auch der Eintritt frei.

Unklar ist noch, wie der neue Schützenkönig zum Ende seiner Amtszeit den traditionellen Ball begehen wird. Denn nach dem verheerenden Feuer im Gasthof Ahrens in Marschacht steht kein geeigneter Saal in der Region mehr zur Verfügung. „Wir suchen noch. Aber schlimmstenfalls müssen wir den Königsball einmal ausfallen lassen“, sagt Engelbrecht. Mit Sorge schaut die GSG derzeit auf die geplanten Sanierungsarbeiten an der Elbstraße. Da die Schießhalle an die Straße grenzt, muss sich auch der Verein an den Kosten der Sanierung beteiligen. Und das stellt die 158 Mitglieder vor einen finanziellen Kraftakt.

„Eigentlich können wir das kaum schultern, schließlich könnten Anliegerbeiträge von bis zu 10000 Euro auf uns zukommen“, sagt Engelbrecht. „Wir müssten die Summe auf die Mitglieder umlegen. Aber dann ereilt uns eine Austrittswelle und wir könnten den Verein zu machen“, sagt der Vorsitzende. Auch eine in einigen Bundesländern geplante Steuer von jährlich 300 Euro pro Sportwaffe macht der GSG Sorgen. „Das wäre das Aus für viele Vereine“, meint Engelbrecht.