Magnesium

Geesthachter Forscher testen Werkstoff der Zukunft

Foto: HZG

Geesthacht. Magnesium gilt als der Zukunftswerkstoff der Auto-Industrie. Auch Geesthachter Forscher arbeiten jetzt an der Entwicklung von Ultra-Leicht-Fahrzeugen. Das Helmholtz-Zentrum profitiert von einem Millionen-Programm, das von Südkoreas Regierung zur Materialerforschung bereit gestellt wurde.

Es ist nur ein Viertel so schwer wie Stahl – und 30 Prozent leichter als Alumium. Wegen seines geringen Gewichts gilt Magnesium als ein Zukunftswerkstoff im Automobilbau. Schließlich senkt jedes Kilo weniger den Spritverbrauch und somit die CO2-Emissionen. Als eine der führenden Forschungsstandpunkte in Deutschland beschäftigt sich auch das Helmholtz-Zentrum Geesthacht mit Magnesium. Ab sofort sind die Geesthachter Forscher Teil eines weltweiten Projekts zur Entwicklung ultraleichter Fahrzeuge, für das über 100 Millionen Dollar bereitstehen.

Diese Summe stellt Südkoreas Regierung im Rahmen des World Premier Materials (WPM) Entwicklungsprogramms im Bereich der Magnesium-Technologie für Forschung und Entwicklung zur Verfügung. Das Geesthachter Magnesium-Innovations Center (MagIC) ist hier jetzt wichtiger wissenschaftlicher Projektpartner. In der einzigartigen Forschungsplattform wird unter der Leitung von Prof. Dr. Karl Ulrich Kainer intensiv an den Magnesium-Technologien der Zukunft geforscht. Ziel soll es unter anderem sein, künftig großflächige Karosserieteile wie Türen, Klappen oder Dächer aus Magnesium herzustellen.

Dafür wäre es nötig, ein spezielles Walzverfahren zu entwickeln. Dazu steht den Wissenschaftlern auf dem Gelände des Forschungszentrums eine hochmoderne Gießwalzanlage zur Verfügung. Ebenso forschen die Wissenschaftler an speziellen Korrosionsschutzschichten, die die Oberflächen der Magnesiumbauteile für verschiedenste Anforderungen schützen.

„Der Preis, mit dem diese Bleche bislang auf den Markt kommen, ist deutlich höher als bei Stahl oder Aluminium. Wir wollen den Preis für Magnesiumteile durch Prozessoptimierungen jetzt deutlich senken“, sagt der Geesthachter Magnesiumforscher Dr. Dietmar Letzig.

Die Geesthachter befinden sich jetzt in einem Projekt mit vielen hochkarätigen Partner. So trafen sich mehr als 80 südkoreanische und deutsche Teilnehmern zu einem ersten Ideenaustausch in Irsee (Bayern). Neben den Materialforschern des Helmholtz-Zentrums Geesthacht waren Forscher und Industrievertreter von Weltkonzernen wie VW, BMW und Thyssen dabei. Die Teilnehmer haben sich dort über Gießwalztechnologien, Magnesiumbleche und Magnesiumknetwerkstoffe ausgetauscht. „Das Treffen verlief sehr erfolgreich und mit vielen fruchtbaren Kontakten. Wir wissen, in der Automobilwirtschaft besteht ein hoher Bedarf an leichten Materialien“, erklärt Letzig. „Fahrzeughersteller sind die wichtigsten Abnehmer von Magnesiumblechen. Doch noch gibt es echte Herausforderungen, etwa die Korrosionsbeständigkeit.“ Dieses Problem soll jetzt im Zuge der neuen Kooperation gelöst werden.