Atomkraftwerk

Krümmel bleibt noch jahrelang ein Risiko

Foto: Melanie Ucke

Geesthacht. Das vom stillgelegten Atomkraftwerk Krümmel ausgehende Risiko ist nach wie vor groß. Das betrifft insbesondere die Gefahr terroristischer Bedrohung. Um reagieren zu können, wird derzeit ein Sonderschutzplan fortgeschrieben.

Das Atomkraftwerk Krümmel steht seit einem Trafobrand im Frühjahr 2007 nahezu ununterbrochen still – und wird nie wieder Strom produzieren. Dennoch geht von dem 1984 in Betrieb genommenen Reaktor weiter ein Risiko aus. Und das ist so groß, dass das Kieler Innenministerium alle geltenden Katastrophenschutzpläne und -vorbereitungen für die Region rund um Geesthacht noch über Jahre unverändert aufrechterhalten will.

„Grundsätzlich gibt es immer noch ein Risiko, dass radioaktive Stoffe freigesetzt werden. Wir können zwar eine Kernschmelze ausschließen, aber auch defekte Brennstäbe könnten Strahlung abgeben“, sagte Dr. Jürgen Müller, Referent bei der zum Justizministerium zählenden Atomaufsicht in Kiel bei einer Anhörung des Kreistages zur künftigen Katastrophenschutzplanung in Krümmel. Zudem sehe er weiterhin ein großes Risiko durch terroristische Bedrohungen – schließlich lagern im Reaktorgebäude noch immer über 1200 Brennelemente. „Kernbrennstoff birgt immer ein terroristisches Potenzial“, so Müller. „Beim Katastrophenschutz werden keine Abstriche gemacht, so lange Brennstäbe im Kraftwerk sind.“

Um auf einen Unfall reagieren zu können, wird derzeit in der Kreisverwaltung außerdem ein Sonderschutzplan für das Herzogtum Lauenburg fortgeschrieben. Sollte es in Krümmel zu einem Störfall kommen, schließen die Behörden großflächige Evakuierungen wie in Fukushima aus – was im Hamburg Umland auch fast unmöglich wäre. „Selbst eine Zwei-Kilometer-Zone um das Kraftwerk mit 30.000 Einwohnern lasse sich in kürzester Zeit nicht evakuieren“, sagte Landrat Gerd Krämer. „Unser Konzept ist es, nicht ganze Zonen zu evakuieren. Wir sehen, welche Strahlendosis vorliegt und würden nur einzelne Sektoren evakuieren“, sagt Müller.

Einen großen Bericht über die Ergebnisse der Kreistagsanhörung lesen Sie in der Sonnabenausgabe der Bergedorfer Zeitung/Lauenburgischen Landeszeitung.